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Rundbrief 64, Januar 2017
Rückgang des Triftgletschers 1948 bis 2006. (Quelle: Projektunterlagen KWO)
Einladung ausserordentliche Generalversammlung 2017
Gerne empfangen wir unsere Mitglieder am Samstag, den
04.02.2017, 15:00 Uhr, Hasli Lodge, Meiringen
| Traktanden |
- Genehmigung Protokoll Generalversammlung 26.11.2016
- Bericht Präsident/Vizepräsidentin
- Trift-Projekt KWO
- Orientierung über Projekt:
Bedeutung energiewirtschaftlich
Bedeutung von Landschaft und Gletschervorfeld Trift
- Kompetenzerteilung an Vorstand, Projekt Trift zu prüfen und gegebenenfalls aktiv zu werden
- Wahlen: Vorstand
- Diverse
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Bericht Präsident Peter Anderegg
2011 - 2015 Konzentration auf den Rechtsweg
An der Jahresversammlung 2011 habe ich das Grimselpräsidium übernommen. Mir war klar bewusst, auf was ich mich einlasse. Ich hatte gerade die Geschichte des Grimselvereins überarbeitet unter dem Titel: "Filz contra Bundesverfassung - Chronik einer vorsätzlichen Landschaftszerstörung".
Ich glaubte immer, dass man die Grimsel endgültig schützen könne. Ich glaubte auch, dass wir Schweizer in einem Rechtsstaat leben, wo die Bundesverfassung respektiert wird. Aber nach dem letzten Vereinsjahr plagen mich Zweifel.
Am 22.12.2015 bestätigte das Bernische Verwaltungsgericht einstimmig, dass der Moorlandschaftsschutz an der Grimsel greift, und die Konzession zur Mauererhöhung nichtig ist: Unsere Argumente und der Augenschein im Grimselgebiet hatten die Richter überzeugt. Das freute mich und ich wartete darauf, dass die KWO den Entscheid vors Bundesgericht weiterziehen, was auch Mitte Februar 2016 erfolgte. Der Grimselverein befand sich nun auch auf Bundesebene unter den Beklagten und wir konnten bis August mehrmals zu Fragen des Bundesgerichtes Stellung nehmen. Seither warten wir auf das Bundesgerichtsurteil....
2016 Rechtsweg und Auseinandersetzung mit dem Filz "Berner Bananen-Republik"
Bereits am 28.12.2015, nur 6 Tage nach Urteilsverkündung und ohne zu wissen, ob die KWO das Urteil beim Bundesgericht überhaupt anfechten würden, kündeten die Grossräte Samuel Krähenbühl und Thomas Knutti eine Motion an: Der Kanton Bern müsse eine Standesinitiative einreichen mit dem Inhalt, dass der Moorschutz-Artikel nach Rothenthurm in der Bundesverfassung so zu ergänzen sei, dass bei der Grimsel der Landschaftsmoorschutz nicht mehr absolut gelte, sondern eine "Interessen-Abwägung" zulasse. Ich erwartete, dass der Regierungsrat darauf wie normalerweise reagiert: Nämlich die Motion erst nach Vorliegen des Bundesgerichtsentscheides zu behandeln, um nicht in ein laufendes Verfahren einzugreifen.
Anfangs Juli teilte der Berner Regierungsrat völlig unerwartet mit, dass er die Motion unterstütze. Der Grosse Rat behandelte die Motion in seiner Septembersession und beauftragte den Regierungsrat, eine Standesinitiative Grimsel beim Bund einzureichen, was der Regierungsrat Mitte November ausführte. Schneller geht es nicht.
Widerlich: Die Berner Regierung greift aktiv in ein laufendes Bundesgerichts-Verfahren ein, indem sie zum Ausdruck brachte, ein für die KWO negatives Grimsel-Urteil nie zu akzeptieren. So wird jede Rechtsstaatlichkeit in Frage gestellt, die Gewaltentrennung zwischen Volk, Regierung und Gerichtsbarkeit verletzt und ausgehebelt!
Konnten wir Grimsler uns bis zum Zeitpunkt des Verwaltungsgerichts-Urteils von Ende 2015 auf den Rechtsweg konzentrieren, kam jetzt neu die Auseinandersetzung mit dem Berner Filz hinzu.
2016 Auseinandersetzung mit dem KWO-Projekt Trift
Seit Sommer 2016 beschäftigte ich mich als Präsi Grimselverein mit dem neuen Projekt Trift: Um Friktionen mit unserer Grimselfrage zu vermeiden und uns alle Rechtsoptionen ungeschmälert zu erhalten, war der Grimselverein in der Begleitgruppe der Umweltverbände nicht dabei. Dennoch fand ein reger und konstruktiver Informationsaustausch zwischen den Umweltverbänden (WWF BE-Mitglied Ausschuss) und Grimselpräsi statt. Mein konkretes Ziel bei der Trift war, - da das Gebiet nicht geschützt ist - den Schaden in Grenzen zu halten. Konkret interessierten mich die geplanten Wasser-Fassungen "Stein" und "Wenden", bereits Thema bei "Grimsel West". Ich führte entsprechende Direktgespräche mit der KWO-Direktion und den Projektverantwortlichen. Die KWO verzichteten bei ihrer Projektanpassung im Dezember 2016 auf eine dieser Wasser-Fassungen, nämlich an "Wenden". Diese Fassung wäre sowieso im Lauf der Zeit nicht mehr rentabel gewesen wegen dem Wegschmelzen des Wenden-gletschers.
Aufgrund der zahlreichen Voten zur Trift an der letzten Generalversammlung Ende November 2016 führte der Vorstand gemeinsam mit den Ehrenmitgliedern und geladenen Gästen Anfangs Januar 2017 eine Retraite zur Frage des weiteren Vorgehens Trift durch. Dabei kristallisierte sich heraus, dass der Grimselverein (und nicht z.B. ein neuer Verein) die Trift-Frage fundamental untersuchen müsse. Auch sei der Grimselverein nach seinen Statuten verpflichtet, sich für die uneingeschränkte Bewahrung der Trift einzusetzen.
Für mich ist und war immer klar: Alle unsere Aufgaben erledigen wir zielführend und umfassend. Also muss der Grimselverein den Vorstand personell so ergänzen und besetzen, dass er weiterhin auf Erfolgskurs bleibt.
Persönlich sehe ich mich nicht in der Lage und bin nicht bereit, diesen hohen Ansprüchen zu genügen.
Hinter mir liegen 30 wunderbare Grimsel-Jahre, als Mitgründer, Vorstand, zuletzt Präsi. Die vielen Auseinandersetzungen und wunderbaren Begegnungen mit WegbegleiterInnen, FreundInnen, GegnerInnen, Ewiggestrigen und Rechtsverweigerern werden mir fehlen. Aber der Blick in all unsere ursprünglichen Landschaften und das Rauschen unserer Wasserfälle geben mir die Kraft, mich über das Erreichte zu freuen - die Sunnig Aar Grimsel und das einmalige Gletschervorfeld Unteraar sind bis heute ungeschmälert erhalten und geschützt.
Der Zeitpunkt eines Rücktrittes ist nie richtig. Wäre ich Ende 2015 nach dem Verwaltungsgerichtsentscheid zurückgetreten, so hätte ich nicht mitgestalten können an der Replik zur KWO Beschwerde beim Bundesgericht, nicht reagieren können auf die Standesinitiative, nie die energiewirtschaftliche Sinnlosigkeit der Grimsel-Mauererhöhung erklären können.... Aber alle diese Aufgaben haben Kraft gekostet, und mein Glaube an die Integrität der Institutionen in der Schweiz als Rechtsstaat (zumindest Kanton Bern) ist erschüttert!
Ich danke Euch für Eure Treue zur Grimsel und wünsche dem Vorstand weiterhin viel Erfolg!
Der Präsi Peter Anderegg
Bericht Vizepräsidentin Heidi Kaderli
Auch ich bin eine Grimslerin der ersten Stunde und seit 5 Jahren im Vorstand. Ich habe mich für das Mitwirken im Vorstand auf Anfrage von Peter bereit erklärt, weil der Schutz der "Sunnig Aar" für mich eine Herzensangelegenheit ist und ich im Glauben war, dass wir ihn in absehbarer Zeit endlich um- und durchgesetzt haben werden.
Neu warten weitere Aufgaben auf uns und wie Peter, fühle ich mich nicht in der Lage, mich diesen zu stellen. Im Vorstand habe ich das schon länger kommuniziert. Deshalb werde auch ich als Vizepräsidentin gehen und überlasse die neue Herausforderung bezüglich der Trift den Personen, die sich mit Überzeugung dafür einsetzen und engagieren wollen.
Peters unendliches Engagement und Wissen in Sachen Grimsel habe ich stets bewundert und es hat mich in meiner Vorstandsarbeit immer wieder motiviert. Dir Peter, herzlichen Dank dafür.
Ich bin überzeugt, dass der Grimselverein mit einer neuen personellen Konstitution im Vorstand die neuen Herausforderungen mit Motivation und Elan angehen wird. Wünsche auch viel Erfolg und gutes Gelingen.
Herzlich, die Vizepräsidentin Heidi Kaderli
Orientierung über Trift-Projekt KWO
Das geplante Projekt ist einfach. Das Triftwasser würde schon in der oberen Trift gestaut. Der Gletscherbach des Steingletschers würde einige hundert Höhenmeter oberhalb der bestehenden Fassung gefasst und durch einen Zuleitungsstollen in den neuen Stausee an der oberen Trift geleitet. Das Wasser des neuen Stausees in der oberen Trift würde in der unteren Trift turbiniert und ab hier über das bestehende System nach Hopflauenen genutzt.
Der See an der oberen Trift, welcher sich nach dem Rückzug des Gletschers gebildet hat, ist ein Juwel. An seinen Ufern wird sich in den nächsten 50 bis 100 Jahren eine prächtige Vegetation entwickeln, falls die subventionierten Rasenmäher dies nicht verunmöglichen. Um die Schafe fernzuhalten, muss die Trift unter Naturschutz gestellt oder zumindest ein Teil eingezäunt werden. Um die Wasserkraft fernzuhalten, muss bloss die Energie der Sonne direkt genutzt werden.
Die geplante Fassung Steingletscher wird es sicher nie brauchen, da sie bloss die Stromproduktion im Sommer erhöht; davon gibt es aus Laufkraftwerken, Wind und Sonne schon mehr als genug. So viel, dass der geplante Stausee auch mit Wasser aus der unteren Trift gänzlich aufgefüllt werden könnte, falls die natürlichen Zuflüsse nicht mehr ausreichen werden, sobald der Triftgletscher nicht mehr weiter abschmelzen wird. Es ist auch sehr umstritten ob der neue Stausee für die Versorgung mit Winterstrom nötig ist. Bei einem allfälligen Bau würden bloss 0.68% des schweizerischen Stromverbrauchs im Winter zusätzlich produziert. Solarstrom ab Dächern dürfte kaum teurer sein, Solarstrom ab Fassaden wäre wahrscheinlich sogar billiger als der Strom aus dem geplanten Stausee, da im Winter der Einfallswinkel der Sonne ideal für Fassaden ist.
Ganz sicher ist es nicht nötig, die Anlage schon jetzt zu konzessionieren und zu bauen. Momentan gibt es keine Stromlücke im Winter. Sollte es in einigen Jahrzenten doch noch nötig werden, wofür momentan eigentlich gar nichts spricht, könnte die Anlage später immer noch zügig gebaut werden.
Hinweis: Die Sektion Bern des SAC hat zu ihrem 150-Jahr-Jubiläum eine Festschrift erstellt, mit einer umfangreichen Dokumentation zur Trift. Die Festschrift kann online eingesehen werden unter
http://www.sac-bern.ch/pages/150JahreFestschrift.asp?GroupID=150Jahre&PageID=Festschrift und als PDF heruntergeladen werden unter
http://www.sac-bern.ch/150JahreImgDoc/Festschrift_web_5MB.pdf.
Hans Anderegg (vorgeschlagen als neuer Präsident Grimselverein)
Aufruf, sich für den neuen Vorstand zu melden
Der Grimselverein und andere USO haben mit ihrem Widerstand gegen Grimsel West der BKW und den drei Städten einen mindestens dreistelligen Millionenverlust erspart. Ein Prozent davon könnten die KWO Aktionäre uns und den anderen USO als Beraterhonorar zahlen. Solange sie diese Grösse nicht haben, können wir uns keine PR Abteilung mit einem bürgerlichen Nationalrat als Chef leisten und sind daher auf Freiwillige angewiesen.
Vom bisherigen Vorstand verlassen uns Heidi Kaderli und Peter Anderegg.
Weiter machen: Eva von Arx, Kaspar Schiltknecht, Nick Röllin, Thomas Rytz und Gusti Pollak.
Derzeit als Ergänzung vorgeschlagen sind: Hans Anderegg als Präsident, Katharina von Steiger, John Schmocker und Mäni von Steiger.
Falls sich jemand eine Mitarbeit im Vorstand vorstellen kann, etwas Zeit dafür hat und keine Repressionen fürchtet (oder keine zu befürchten hat) soll er sich bitte unverbindlich melden bei . Der Vorstand würde sich freuen.
Abstimmung: Kompetenzerteilung an den Vorstand, das Projekt Trift zu prüfen und gegebenenfalls aktiv zu werden
Der Vorstand Grimselverein empfiehlt: "
Es ist dem Vorstand die Kompetenz zu erteilen, das Projekt Trift zu prüfen und gegebenenfalls aktiv zu werden"
Jahresbeitrag
Die letzten Vereinsjahre waren sehr kostenintensiv. Für Einzelmitglieder beträgt der Jahresbeitrag weiterhin CHF 20.00, für Familien CHF 50.00 und für Vereine und Gruppen CHF 100.00. Spenden über den Jahresbeitrag hinaus sind stets sehr willkommen. Ein Einzahlungsschein liegt diesem Schreiben bei.
Anlässe des Grimselvereins im Jahr 2017
Die traditionelle
Grimsel-Skitour findet von Freitag 28. bis Sonntag 30. April 2017 statt. Vorgesehen ist eine Traversierung vom Jungfraujoch ins Grimselgebiet, vielleicht inklusive Sidelhorn.
Interesse und Fragen bitte direkt an Nick Röllin richten: / Tel. 031 351 10 25
Gletscherweib Samstag, 1. Juli 2017: Wie jeden Sommer wandern wir durch die unvergleichlich schöne Sunnig Aar, besuchen die schützende, bergende Steinfigur im Vorfeld des Unteraargletschers und schmücken sie mit neuen Farben und Gedichten. Musik und Ansprache sind für ca. 13 Uhr vorgesehen. Wir laden Euch herzlich ein, mit uns zu feiern! Die gesamte Wanderzeit hin und zurück beträgt vier bis viereinhalb Stunden. Wichtig: Sonnenschutz und genügend Wasser und Verpflegung mitnehmen!
- Anreise öV: Postauto Meiringen ab 09:25, Grimsel Hospiz an 10:14 – jemand von uns wird da sein und die neuen Gäste begleiten.
- Rückreise öV: Postauto Grimsel Hospiz ab 17:41, Meiringen an 18:35
Die „Bauequipe“ wird mit PWs etwa anderthalb Stunden früher aufbrechen – wer tatkräftig mitwirken will, soll sich bitte melden bei Katharina von Steiger.
Gäste, die sich für die grossartige Gegend etwas Zeit nehmen können und nach dem Gletscherweib in der Lauteraarhütte übernachten möchten, mögen bitte direkt reservieren: 033 973 11 10, danke.
Infos: Katharina von Steiger: und Thomas Rytz:
Das
Sidelhornfeuer findet am Samstag, 12. August 2017 im Rahmen von
FEUER IN DEN ALPEN statt. Wir geniessen den Sonnenuntergang auf dem Sidelhorn und entfachen ein Alpenfeuer, dies bei schönem Wetter. Auch hier begleiten uns unsere Alphornbläser wieder.
- Abmarsch: Grimsel-Passhöhe 17:00, Rückkehr nach Nachtabstieg gegen 23:30.
Wichtig: Gebirgsausrüstung, Stirnlampe, Proviant und warme Kleider mitnehmen. Bei schlechtem Wetter treffen wir uns im Hotel Bären Guttannen um 18.00 Uhr. Über Ort der Durchführung entscheiden wir wie gewohnt bereits am Freitag 11. August 2017 um 17 Uhr.
Wir kommunizieren dies auf der Homepage: www.grimselverein.ch.
Infos: Heidi Kaderli-Schläppi: / Tel. 079 384 29 34
Geführte Exkursion in die Trift 1.-2. September 2017
Wer die Trift noch nicht kennt und wissen möchte, wo eine neue Staumauer geplant ist, kann sich melden bei . Unsere Planung muss wegen der Übernachtung in der Windegg-Hütte früh beginnen - Interessierte melden sich bitte bis Ende Februar für Information und Anmeldung.
Adressmutationen
Nach jedem Rundbrief erhielten wir in letzter Zeit immer mehr Rücksendungen mit dem Vermerk "Adressat weggezogen, Sendung nicht mehr zustellbar". Im Normalfall leitet die Post 3 Monate nach erfolgtem Wegzug keine Post mehr an die neue Adresse weiter und retourniert sie an den Absender zurück. Der Aufwand, unter diesen Umständen die neue Adresse ausfindig zu machen, ist für uns immens und vielfach ohne Erfolg. Folge: Das Mitglied muss auf unserer Liste gestrichen werden, was wir sehr schade finden.
Bitte an alle Mitglieder: Meldet nach erfolgtem Umzug unbedingt eure Adressänderung direkt an den Grimselverein, danke.
Wir danken für die stetige Unterstützung des Grimselvereins und hoffen auf eine rege Versammlungs-Teilnahme.
(22.1.2017)