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Rundbrief 63, Oktober 2016
Einladung Generalversammlung 2016
Gerne empfangen wir unsere Mitglieder am Samstag, den
26.11.2016, 15:00 Uhr, Hasli Lodge, Meiringen
Traktanden:1. Genehmigung Protokoll Vorjahr
2. Jahresbericht Präsident, Genehmigung
3. Jahresrechnung, Revisionsbericht, Genehmigung
4. Wahlen: Vorstand, Revisoren
5. Diverse
Im Anschluss an die Generalversammlung folgt ein Vortrag von Heini Glauser:
Die Vergrösserung des Grimselsees ist vernachlässigbar und bedeutungslos
...für den Atomausstieg nach der Energiestrategie 2050, für die Energieumlagerung in den Winter und die Deckung einer „Stromlücke“.
Bericht des Präsidenten
Unsere Aktivitäten
Die Höhepunkte unserer diesjährigen Vereinsaktivitäten waren die Teilnahme an der öffentlichen Verhandlung des Verwaltungsgerichtes vom 22.12.15 in Bern mit anschliessender spontaner Siegesfeier, die Skitour, das Gletscherweib und das Sidelhorn-Feuer (alles bei Traumwetter).
Aktualisierung unserer Grimsel-Chronik
Untertitel: " Filz contra Bundesverfassung: Chronik einer vorsätzlichen Landschaftszerstörung"
In den letzten Jahren hat mich das Projekt, unsere Chronik zu aktualisieren, immer wieder in Anspruch genommen. Es war auch eine innerliche Herausforderung, die letzen 30 Jahre (seit 1987) im Zeitraffer ablaufen zu sehen. Gut, blieben wir Grimsler dabei positiv, anständig und lebensfreudig und dies trotz einiger Durchhänger.
Ein Dankeschön an alle, die sich durch diesen Prozess nicht entmutigen liessen, sondern sich selbst und dem Grimselverein treu geblieben sind!
Sonderheft Aqua Viva "Moorschutz"
Als Dankeschön konnten wir allen Vereinsmitgliedern das Sonderheft Aqua Viva "Moorschutz" überreichen. Bedient wurden im Vorfeld der Debatte im Grossen Rat Bern zur Aufhebung des Moorschutzes an der Grimsel (nächster Abschnitt) auch alle Grossräte mit einem Exemplar.
Der Kanton Bern will den Moorschutz an der Grimsel mittels Standesinitiative aufheben
Bereits während des laufenden Verfahrens vor Bundesgericht hat der Kanton Bern signalisiert, dass er das zu erwartende Bundesgerichts-Urteil nicht akzeptieren will. Der Grosse Rat beschloss im September, mittels Standesinitiative den eidgenössischen Räten zu beantragen, den Moorschutz an der Grimsel aufzuheben! Konkret möchte man dieses Anliegen in die Schweizerische Bundesverfassung schreiben...
Bemerkung: Für die Mächtigen (auch in der Schweiz) sollen keine oder andere (mehr) Rechte gelten!
Aufblähung Grimsel-Projekt zum "Sonderfall"
In sämtlichen geschützten Moorlandschaften der Schweiz gibt es aktuell nur ein einziges konkretes Projekt: Das ist die Mauererhöhung (Seenvergrösserung) an der Grimsel. Nun soll für dieses energiewirtschaftlich sinnlose und unbedeutende Kraftwerksprojekt der Moorschutz in unserer Bundesverfassung umgeschrieben werden....
Verhältnisblödsinn
In den nächsten 10 Jahren werden im Rahmen des zu erwartenden Gebäudeersatzes und im Rahmen der nötigen Gebäudesanierungen fast alle Elektroheizungen in der Schweiz ersatzlos verschwinden. Die Energieumlagerung an der Grimsel ist somit unnötig und überflüssig!
Am Grimselsee ist seit Jahrzehnten eine Mauererhöhung geplant: Mittels zusätzlichem Rückhalt von Sommerwasser soll eine Energieumlagerung in den Winter stattfinden, dies bei unveränderter Produktionsleistung. Diese Energieumlagerung entspricht der Strommenge, die sich in der Schweiz einsparen liesse, wenn jede 16. Elektroheizung vom Netz genommen würde; dies entspricht einer minimalen Energieumlagerung von 0.3-0.5 Prozent. Daraus abzuleiten, dieses Projekt sei für die Energiewende von zentraler Bedeutung, grenzt an Verhältnisblödsinn. Zudem ist das Grimselprojekt finanziell nur tragbar, wenn die Kraftwerke für die Sommer/Winter-Umlagerung gesondert entschädigt würden.
Entlang des Grimselsees befindet sich eine Moorlandschaft, welche eine so grosse Bedeutung hat, dass sie von den Berner Verwaltungsrichtern Ende 2015 mit 5:0 Stimmen geschützt worden ist! Das Grimselseeprojekt ist das einzige Schweizerische Stauprojekt in einer geschützten Moorlandschaft. Die vom Berner Regierungsrat unterstützte Motion will nun der Bevölkerung glaubhaft machen, dass wegen eines einzigen, energiepolitisch und finanziell unsinnigen Projektes, der Moorlandschaftsschutz in der Verfassung aufzuweichen sei. Dabei ging es bei der Rothenthurm-Abstimmung darum, einmalige Landschaften vor irreparabler Zerstörung zu retten, genau wie im Fall der Grimsel: Das Fluten würde die Moorlandschaft Grimsel unwiederbringlich zerstören.
Was soll die Standesinitiative bewirken? Die aktuelle Konzession wurde vom Verwaltungsgericht für nichtig erklärt, dies gestützt auf klare und eindeutige Bundesrechtspraxis. Derzeit beurteilt das Bundesgericht die Rechtslage: es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Ergebnis anders ausfällt. Die eventuelle Standesinitiative kann also die aktuelle Konzession nicht retten. Negativ wirkt auch, dass die Motionäre versuchen, in ein laufendes Rechtsverfahren einzugreifen; dies dürfte die Erfolgschancen auf Bundesebene beeinträchtigen. Sollte die Standesinitiative wider Erwarten erreichen, dass der Moorschutzartikel in der Bundesverfassung neu geschrieben würde, so dauert das mindestens ein halbes Jahrzehnt; die Erfolgschancen streben gegen Null. Zudem müssten die Kraftwerke Oberhasli das Projekt neu auflegen und neu konzessionieren lassen. Also bedeutet die Standesinitiative für die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) einen Bärendienst: Anstatt ein längst sinnloses Vorhaben endlich einmal abschreiben zu können, bindet das Projekt Mauererhöhung weiterhin personelle Ressourcen und belastet auch mögliche, sinnvolle Ausbauten in nichtgeschützten Gebieten, wo die Kraftwerke daran sind, Lösungen zu erarbeiten.
Wie wollen wir künftigen Generationen erklären, dass wir anstatt jede 16. Elektroheizung vom Netz zu nehmen, die einmalige Moorlandschaft Grimsel unter Wasser gesetzt haben? Nach dem Motto: Zuerst die Moorlandschaft Grimsel fluten und erst dann Massnahmen zu Effizienzsteigerungen und Einsparungen beim Stromkonsum ergreifen?"
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Initiative für einen geordneten Atomausstieg, Sonderheft "Hochparterre"
Zur Initiative „Geordneter Atomausstieg“ haben Heini Glauser, Christa Mutter und Köbi Gantenbein ein Themenheft "Hochparterre" mit dem Titel "Alpenstrom" erstellt und werden es allen Grimselvereinsmitgliedern gratis (finanziert vom Verein Solarspar) zustellen. Zum Inhalt: Bisherige Bedeutung des Alpenraumes für die schweizerische Stromversorgung und die zukünftigen Möglichkeiten unter vollständiger Respektierung des Natur- und Landschaftsschutzes. Chancen des Atomausstiegs für Arbeitsplätze und Wirtschaft, besonders auch in den Alpentälern.
Warten auf das Gerichtsurteil des Bundesgerichtes zum Landschaftsmoorschutz Sunnig Aar....
Wir sind überzeugt, dass das Bundesgericht die Entscheidung des Bernischen Verwaltungsgerichtes stützen wird: Nämlich, dass der Moorschutz es den KWO (Kraftwerken Oberhasli) AG verunmöglicht, die beiden Staumauern des Grimselsees zu erhöhen. Damit wäre die erweiterte Konzession des Grossen Rates des Kantons Bern vom 05.09.2012 hinfällig.
Wir kämpfen weiter für die Erhaltung der Sunnig Aar und des Gletschervorfeldes Unteraar. Euch allen im Namen des Vorstandes ein herzliches Dankeschön für eure Treue zur Grimsel!
Der Präsi, Peter Anderegg
(26.10.2016)