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Rundbrief 59, Oktober 2014
Einladung Generalversammlung 2014
Gerne empfangen wir unsere Mitglieder am Sonntag, den
23.11.2014, 15:00 Uhr, Cinema, Meiringen
Traktanden:1. Genehmigung Protokoll Vorjahr
2. Jahresbericht Präsident, Genehmigung
3. Jahresrechnung, Revisionsbericht, Genehmigung
4. Wahlen: Vorstand, Revisoren
5. Diverse
Im Anschluss an die Generalversammlung folgt ein Gastreferat von Herrn Max Ursin, InGrid AG Meiringen, zum Thema
"Speicherseen und Speicherpfützen: Neue Technologien und Geschäftsmodelle für die Energiewende".
Jahresbericht des Präsidenten
Aktivitäten im Vereinsjahr 2014. Die Höhepunkte unserer diesjährigen Vereinsaktivitäten waren die Skitour, die Retraite Vorstand, das Gletscherweib mit Exkursion zur Lauteraarhütte und das Sidelhorn-Feuer (wegen Föhnsturm in Guttannen). Unsere Homepage www.grimselverein.ch hält die wichtigsten Ereignisse fest.
Lauteraarhütte nach Gletscherschwund wieder besser erreichbar. Der Alpinwanderweg vom Ende des Grimselsees hinauf zur SAC Lauteraarhütte-Hütte auf fast 2400 Metern Höhe wurde in den letzten zwei Jahren saniert. Wegen des immer schnelleren und massiven Gletscherschwunds musste der Weg in den letzten Jahren teilweise monatlich angepasst werden. Er war für weniger geübte Berggänger immer schwieriger zu passieren. Nun sind rund 80 Prozent des Wegs neu verlegt worden. Der Weg führt jetzt - bis auf ein kleines Stück - nicht mehr über den Gletscher. Wir danken der SAC-Sektion Zofingen für diese grosse Leistung. Der Weg entlang des Grimselsees wurde durch die KWO an etlichen Stellen verbessert und als Bergwanderweg (weiss/rot/ weiss) klassiert, wir danken.
Google "Street-View" an der Grimsel. Seit dem 10. September 2014 ist die Google "Street-View" Funktion um ein Bijou reicher. Den Internetnutzern ist es nun möglich, bequem von Zuhause aus den SAC-Lauteraarhüttenweg zu begehen. Während des ansonsten bescheidenen Sommers 2014 wählten die Leute von Google und Mitglieder der SAC-Sektion Zofingen einen Traumtag aus, um den Weg in tausenden Einzelbildern aufzunehmen. Es ist nun einem breiten Publikum möglich, die Einmaligkeit des Grimselgebiets abseits der Passstrasse zu entdecken. Durch die Bilder wird leicht ersichtlich, warum die Moorlandschaft und der Arvenwald entlang des Hüttenweges unter dem Schutz der Schweizer Bundesverfassung (Rothenturm-Artikel) stehen und wieso dieses Gebiet für kommende Generationen ungeschmälert erhalten werden muss. Ein Eintauchen in die Bilder des amerikanischen Unternehmens kann eine echte Wanderung bestimmt nicht ersetzen, unterstreicht aber den landschaftlichen Wert der Grimsel. (Links siehe www.grimselverein.ch)
Stand Rechtsverfahren zur geplanten Mauererhöhung Grimselsee
Gemeinsam mit den nationalen Umweltverbänden Aqua Viva - Rheinaubund, WWF, Pro Natura, Stiftung für Landschaftsschutz, SES Schweizerische Energiestiftung, Greina-Stiftung und Greenpeace hatten wir gegen Beschluss des Grossen Rates betreffend Vergrösserung (Mauererhöhung) des Grimselsees im März 2013 unsere Beschwerde beim bernischen Verwaltungsgericht eingereicht. Im Jahr 2014 gab es folgendes dazu:
Am 28.03.2014 titelte die Zeitung "Der Bund":
BKW-Entscheid bringt Mauererhöhung ins Bröckeln. Die BKW - als 50%-Aktionärin der KWO - hatte herausgefunden und öffentlich gemacht, dass sich bei den momentan tiefen Strompreisen, die durch die Grimsel-Staumauererhöhung gewonnene Speicherkapazität nicht rentabel nutzen lasse! Bei den KWO stiess man auf Schweigen. Daraufhin fragte das Verwaltungsgericht bei den KWO nach, ob sie wirklich am Projekt festhalten. Die Antwort der KWO kam postwendend: man hält am Projekt Mauererhöhung fest! Für uns Grimsler eigentlich positiv: So wird es möglich, dass der Moorschutz-Entscheid noch zu unseren Lebzeiten fallen wird.
Begehung durch das bernische Verwaltungsgericht. Am 29.08.2014 führte das Verwaltungsgericht eine "Augenscheins- und lnstruktionsverhandlung" mit den Verfahrensbeteiligten - Umweltorganisationen als Klägerin, KWO als Beklagte, Gemeinden Innertkirchen(/Gadmen) und Guttannen - durch. Als Fachstellen waren anwesend:
- Eine Vertretung des BAFU (Abteilung Arten, Ökosysteme, Landschaften) zu den Themen Moorlandschaft einerseits und Schutzgebiete bzw. Biotope andererseits.
- Eine Vertretung der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) zum Thema Landschaft.
- Von den Umweltverbänden nahmen teil: Reto Nigg (Rechtsanwalt Umweltverbände), Luca Vetterli (Pro Natura), Jörg Rüetschi (WWF Bern), Kaspar Schuler (Greenpeace CH), Moritz Rheinberger (Greinastiftung). Heidi Schläppi und Peter Anderegg waren dabei für den Grimselverein.
- Von den KWO waren anwesend: Gianni Biasutti (Direktor), Andreas Flückiger (Projektleiter), Magdalena Nägeli (Ökologin), Steffen Schweizer (Dipl. Geoökologe) und Simon Jenni (Rechtsanwalt KWO).
Das Wetter zeigte sich von der besten Seite, was die Grimsel in ihrer ganzen Pracht erstrahlen liess.
Die Aufgabe stellte sich in etwa so: Wie definiert sich der 23-Meter Höherstau in der Landschaft?
Antworten der KWO:
- Was es unter der neuen Staukote hat, gibt es auch darüber.
- Die Moorlandschaft erfüllt auch die Kriterien, wenn sie unten um 23/27 Meter beschnitten wird.
- Es ist bereits eine stark technisch geprägte Landschaft.
Die Teilnehmer der Bundesämter waren sehr sachlich und ehrlich. Auch die Natur- und Heimatschutzkommission argumentierte hervorragend. Unsere Seite war sehr gut vorbereitet: Wir danken Bergführer Dres Schild für die Durchführung einer Vorbegehung mit den Umweltverbänden am 19.08. Unser Anwalt Reto Nigg konnte immer wieder auf das Wesentliche hinweisen. Wir konnten unsere Argumente gut und vollständig deponieren.
Die Begehung war vom Instruktionsrichter sehr gut vorbereitet. Er stellte konkrete, klare Fragen. Damit blieb die Verhandlung sehr sachlich. Von den 5 im Fall beteiligten Verwaltungsrichtern waren 3 Personen (inkl. Instruktionsrichter) persönlich anwesend!
Neue Projekte der KWO: Grimsel 1E und Wasserkraftwerk Grund (WKW Grund)
Das neue Projekt
Grimsel 1E (wir hatten anlässlich der letzten Generalversammlung darüber diskutiert und es klar gutgeheissen) wurde am 02.09.2014 durch den Grossen Rat einstimmig (125:0) konzessioniert.
Wasserkraftwerk Grund (WKW Grund). Der Grimselverein-Vorstand hat das Projekt behandelt: Das Kraftwerk Grund wird vermutlich nicht rentieren, da nun die neuen Restwassermengen gelten. Es kann nur im Zusammenhang mit der KEV (Kostendeckende Einspeisevergütung) verstanden werden. Damit unterscheiden sich die KWO nicht mehr von der BKW mit Schattenhalb 4. Warum werden solche Projekte mittels KEV gefördert? Muss man aus jedem Tropfen Wasser Strom machen? Aber hier sind wir auf nationaler Ebene aktiv und versuchen, den Politikern die KEV-Problematik aufzuzeigen.
Beim Kraftwerk Grund machen wir keine Einsprache: Den PR-Schaden müssen die KWO selbst auf sich nehmen. Aber wenn es nie gebaut würde, würde es uns natürlich freuen! (Der WWF Schweiz hingegen macht eine Einsprache).
Schlussbemerkung
Wir kämpfen weiter für die Erhaltung der Sunnig Aar und des Gletschervorfeldes Unteraar. Euch allen im Namen des Vorstandes ein herzliches Dankeschön für eure Treue zur Grimsel!
Peter Anderegg, Präsident
(14.10.2014)