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Rundbrief 58, Februar 2014
Liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde
Wo steht der Grimselverein? Er wartet auf den Entscheid des Bernischen Verwaltungsgerichtes.
Der Grimselverein und die Umweltverbände (Aqua Viva, WWF Pro Natura, Stiftung für Landschaftsschutz, SES Schweizerische Energiestiftung, Greina-Stiftung und Greenpeace) sind überzeugt, dass eine höhere Grimsel-Staumauer den verfassungsmässigen und gesetzlichen Schutz wertvoller Moorlandschaften verletzt. Deswegen haben sie beim Berner Verwaltungsgericht Beschwerde gegen die Erhöhung der Grimselsee-Staumauer eingereicht. In der Schweiz sind die ökologisch und landschaftlich besonders wertvollen Moore und Moorlandschaften durch Volksentscheid und Verfassung geschützt. Dies mit gutem Grund, da nur mehr Reste der ursprünglich vorhandenen Schweizer Moore und Moorlandschaften existieren. Würde mit der Erhöhung der Staumauer die Zerstörung einer Moorlandschaft toleriert, könnte das den Moorschutz auch in der übrigen Schweiz aushebeln. Nach und nach würden durch einschneidende Projekte schweizweit einmalige Moore und Moorlandschaften zerschnitten, geflutet, überbaut oder trocken gelegt.
Im Herbst 2012 hatte das Bundesgericht im Fall der Zürcher Oberlandautobahn den Moorschutz klar gestützt. Ähnlich wie an der Grimsel wurde dort eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung auf dem Papier willkürlich verkleinert, um ein Infrastruktur-Projekt zu ermöglichen.
Gespannt erwarten wir den Entscheid des Bernischen Verwaltungsgerichtes auf Ende August 2014.
Wahltag ist Zahltag: Grossrats- und Regierungsratswahlen Kanton Bern vom 30.03.14
Der Grimselverein gibt für die kommenden Berner Wahlen
keine generelle Wahlempfehlung ab. Der Grund dafür ist, dass unsere Kantonalpolitiker (bedauerlicherweise auch grosse Teile der Grünen und der SP) im Grossen Rat die Konzession für die Mauererhöhung durchgewinkt haben. Auch wenn dies ihr gutes Recht ist, verstehen wir den Entscheid und die Haltung des Regierungsrates auch heute noch nicht:
Die Schweizer haben seit über 100 Jahren Schutzgebiete ausgeschieden. Diese Gebiete lassen sich wie folgt schützen:
- Wir respektieren sie.
- Wir machen Vorschriften zur Durchsetzung und Erhaltung des Schutzes.
- Wir setzen uniformierte Naturschutzaufseher ein.
Seit den Dreissigerjahren garantierte das Zusammenspiel zwischen Respekt, Vorschriften und Aufsicht die Erhaltung der Sunnig Aar und des Aare-Gletschervorfeldes in ihrer ursprünglichen Form.
Gehen wir vom einfachen und mehrheitlich respektvollen (ausser gegenüber Einwanderern) Bürger eine Stufe "höher" ins Berner Rathaus und in die Chef-Etagen der Stromwirtschaft (
Fussnote 1,
Fussnote 2). Wie der vom Kanton beauftragte Naturschutzaufseher sollte die Berner Regierung, vom Stimmvolk eingesetzt, den Schutz von diesen Gebieten garantieren. Anders im Kanton Bern, wo die links-grün dominierte Regierung die Verfassung partout nicht respektieren will und Gefälligkeitsentscheide für ein paar wenige Gigawattstunden Mehrproduktion fällt. Die Regierung und mit ihr das Bernische Parlament hinkt seit Jahren der Realität hinterher; die Pumpspeicherung wurde als Rettung in der Not angesehen und die Mauererhöhung sollte den Kanton zur Wirtschaftsmacht machen. Momentan ist die Trift das neue Zugpferd von Frau Regierungsrätin Barbara Egger geworden, die sich anscheinend den politischen Diskurs des neoliberalen Tony Blair einverleibt hat. Der Grimselverein hofft, dass die Berner Regierung sich in Zukunft mehr um Integrität bemüht und weniger nach der Laune der grossen und mittleren Konzerne tanzt. Damit der Regierungsrat wenigstens ein kleines parlamentarisches Gegengewicht erhält, braucht es in Bern Politiker die sich für die Grimsel einsetzen. Es haben beim Konzessionsentscheid für die Mauererhöhung am 5.9.2012 vierzehn Grossräte und Grossrätinnen gegen die Mehrheit gestimmt. Fast alle treten im März wieder an und wir möchten sie hier gerne erwähnen:
SP: Michael Aebersold, Bern / Andreas Hofmann, Bern / Daniel Hügli, Biel / Ursula E. Brunner, Hinterkappelen
Grüne: Maria Esther Iannino Gerber, Hinterkappelen / Daphné Rüfenacht, Biel / Natalie Imboden, Bern / Blaise Kropf, Bern / Silvia Lüthi, Ins
CVP: Daniel Kast, Bern
Im europäischen Strommarkt finden momentan massive und wenig absehbare Umwälzungen statt. Diese Politiker werden diesen Veränderungen Rechnung tragen und unsere Interessen, ohne von uns im geringsten abhängig zu sein, durch blossen Verstand und Liebe zur Umwelt, zu vertreten wissen.
Verschiedenes:
Die Gruppe
l’art pour l’aar erstellte im Sommer 2013 eine Kunstinstallation entlang des Bergwegs vom Grimsel-Hospiz zur Lauteraarhütte. Mit roten "Verkauft"-Schildern wurde auf Pflanzen aufmerksam gemacht, die der geplanten Vergrösserung des Grimselsees zum Opfer fallen würden.
Die Jungfrauzeitung schrieb darüber: "Wer vom Grimsel-Hospiz dem Hüttenweg zur Lauteraarhütte des SAC folgt, erwandert sich eine einzigartige und vielfältige Biotop- und Pflanzenwelt. Eine Fülle verschiedenster Flechten, Moose, Farne, Gräser, Blumen und Sträucher siedeln zwischen vom Eis geschliffenen Granitfelsen, in moorigen Senken oder auf schuttigen Flächen. Vielfalt und Reichtum der Vegetation und ein auf dieser Höhe einzigartiger Arvenwald haben sich an der Sunnig Aar in erstaunlicher Unberührtheit erhalten, weil sie seit Langem vom Zutritt von Vieh und Schafen bewahrt worden sind. Mit ein Grund, dass die Sunnig Aar von Bund und Kanton geschützt ist als «Moorlandschaft Grimsel», unter dem Schutz der Verfassung steht und von der UNESCO zur Welterbe-Landschaft ernannt wurde." Eine Postkarte zu "Verkauft" wird an alle Mitglieder verschickt.
Wir haben die wesentlichen Punkte und Entscheidungen der letzten Generalversammlung vom 17.11.13 auf dem Internet aufgeschaltet unter
www.grimselverein.ch/aktuell/aktuell.html#gv2013.
Der
Jahresbeitrag beträgt CHF 20.00 für Einzelmitglieder, CHF 50.00 für Familien und CHF 100.00 für Vereine und Gruppen. Spenden über den Jahresbeitrag hinaus sind stets sehr willkommen! Ein Einzahlungsschein liegt dem per Post verschickten Rundbrief bei.
Kommende Anlässe des Grimselvereins (vgl auch die
Veranstaltungsseite auf der Homepage):
Die diesjährige
Skitour findet vom Fr 14. - So 16. März 2014 statt. Ziel ist das wilde und im Winter einsame Triftgebiet. Dabei werden wir natürlich auch den Ort der neuesten KWO-Stausee-Phantasie anschauen und uns über den Stand der Dinge informieren. Eine Einladung liegt dem per Post verschickten Rundbrief bei. Infos und Anmeldung bis 28.02. bei Nick Röllin, Tel. 031 351 10 25 oder
Das
Gletscherwyb findet am Samstag, 05.07.14 statt.
Das
Sidelhornfeuer findet am Samstag, den 09.08.13 statt.
Die
Generalversammlung findet am Sonntag, den 23.11.13 statt. Termin bitte vormerken. Eine Einladung folgt im Herbst.
Der
Vorstand des Grimselvereins wünscht euch einen guten Frühling. Wir freuen uns darauf, euch an unseren gemeinsamen Festen und Anlässen zu treffen!
(24.2.2014)