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Rundbrief 55, Oktober 2012
Einladung zur 26. Generalversammlung 2012
Am Sonntag, den 18.11.2012, 15:00 Uhr, Hasli-Lodge, Meiringen
Traktanden:1. Genehmigung Protokoll Vorjahr
2. Jahresbericht Präsident, Genehmigung
3. Jahresrechnung, Revisionsbericht, Genehmigung
4. Demissionen Vorstand und Verabschiedung
5. Wahlen: Vorstand, Revisoren
6. Wahl, Ehrung Ehrenmitglieder
7. Diverses
Im Anschluss an die Generalversammlung findet ein Referat von Frau Dr. Joan Davis, Biologin, zum Thema
"Wasser: Geschichte, Mythos bis Feinstoffliches" statt.
Jahresbericht des Präsidenten
Dank an alle
Nach meinem ersten Jahr als Präsident Grimselverein kann ich die Arbeit meiner Vorgänger Adolf Urweider, Katharina von Steiger und Urs Eichenberger noch viel mehr würdigen. Da muss viele unspektakuläre Hintergrundarbeit geleistet werden und die zeitliche und persönliche Beanspruchung ist nicht zu unterschätzen. Auch im Berichtsjahr 2012 ging es wirklich nur dank der unermüdlichen Unterstützung meiner VorstandskollegInnen Gisela Straub (Vizepräsidentin, Versammlungen), Doris Heiniger (Presse, Gletscherweib), Andrea Gertsch (Verpackung, Versände), Eva von Arx (Jubiläum, Grüne, Protokolle), Kaspar Schiltknecht (Sidelhornfeuer, Grüne, Prospekte) und Thomas Schott (Skitour, Energie, wissenschaftliche Anfragen). Im Hintergrund halfen mit: Peter von Arx (Grüne, Jubiläum), Mary Leibundgut (Adressen), Emil Feuz (Exkursionsleitungen, Kassier), Dres Schild (Skitourenführer, Rechtsfragen, Wassertagung, Aqua Viva - Rheinaubund), Katharina von Steiger (Grimselretraite, Wassertagung), Hans Schläppi (Sidelhornfeuer), Jean Pierre Jaccard (Umweltorganisationen), Heini Glauser (Energie), Gusti Pollak (Programmgestaltung Jubiläum), Adolf Urweider (l'art pour l'aar) und Thomas Rytz (Homepage). Im Ausschuss der Begleitgruppe "Tandem" und "Grimsel 3" waren Luca Vetterli (Pro Natura) und Urs Eichenberger (Ex-Präsident). Allen ein Dankeschön.
Konzessionserteilung zur Mauererhöhung durch den Berner Grossrat
Das 25. Vereinsjahr war ein Kampf an mindestens zwei Fronten und zwar
- gegen eine voreingenommene und tendenziös informierende, KWO-hörige Berner Regierung,
- gegen gewisse unzulässig argumentierende PolitikerInnen im links-grünen Lager, die ihre Parteien in der Grimselfrage spalteten.
Letztere standen nach der AKW-Katastrophe von Fukushima im Hinblick auf die angestrebte "Energiewende" unter vermeintlichem Opfer-Druck. Anlässlich unserer Retraite Ende April beschlossen wir darum, unsere knappen Ressourcen vor allem dort einzusetzen, wo es am meisten bringt, in erster Linie bei den Umweltverbänden als unseren treuen Freunden und Begleitern: Wir informierten sie laufend über die Entwicklung in Sachen Mauererhöhung und legten gegenüber der Öffentlichkeit den Argumentations-Notstand der KWO und der Berner Regierung offen:
- Das Projekt zur Erhöhung der Grimselstaumauer wurde lange vor der Fukushima-Katastrophe entwickelt. Nun das Projekt nachträglich als Beitrag zur Energiewende hochzustilisieren, muss dann als unlautere Desinformation bezeichnet werden, wenn die Mauererhöhung fälschlicherweise als Mittel zu Erhöhung der Stromproduktion angepriesen wird.
- Gleichzeitig sollte die Rechtmässigkeit der geschützten Moorlandschaft so verwässert werden, dass das Volk "vergisst", dass bei Moorlandschaften von nationaler Bedeutung eine Interessenabwägung rechtlich unmöglich ist. Wir leisteten eine immense Pressearbeit. Leider wurden viele unserer Pressedokumentationen und Leserbriefe nicht veröffentlicht. Es gelang uns dennoch, hervorragendes Bildmaterial in Umlauf zu bringen, welches die Einmaligkeit der Grimsel-Landschaft wiedergibt. NZZ-Online publizierte zum Beispiel in diesem Sommer eine beeindruckende Photostrecke "Grimsel".
Wir informierten auch die PolitikerInnen: Die Berner StadträtInnen, die Berner GrossrätInnen, sowie die kantonalen und nationalen Parteien, suchten das direkte Gespräch und weitere Kommunikationswege. So luden wir diesen Sommer alle 160 Berner Grossräte persönlich zu zwei Grimsel-Exkursionen ein. Gekommen sind gerade mal zwei, nämlich Res Hofmann (SP) und Antonio Bauen (Grüne). Für die Sache sehr hilfreich war die Teilnahme der Neuen Zürcher Zeitung NZZ und der Wochenzeitung WOZ, die beide wertvolle Beiträge publizierten.
Auch wenn der Berner Grosse Rat mit 134 gegen 14 Stimmen am 05.09. die Konzession zur Mauer-erhöhung erteilte, vermochten wir in der Presse unseren wichtigsten Argumenten zum Durchbruch zu verhelfen. Gemeinsam mit den nationalen Umweltverbänden (Pro Natura, Stiftung für Landschaftsschutz, Aqua Viva - Rheinaubund, WWF, Greina-Stiftung, SES Schweizerische Energiestiftung und Greenpeace) haben wir klar und verständlich dargelegt, warum der Grossratsentscheid vor dem Berner Verwaltungsgericht angefochten wird - es geht darum, dass geltendes Recht vollzogen wird und eben nicht zu Gunsten einzelner Partikularinteressen geopfert wird!
Wir erachten es als grossen Erfolg, dass die Umweltverbände ausnahmslos dieselbe Haltung vertreten:
- Die Grimsellandschaft ist seit 80 Jahren mehrfach geschützt und unberührt;
- Die Moorlandschaft ist aufgrund des "Rothenthurm-Artikels" durch die Bundesverfassung geschützt, dieser Schutz lässt keine Güterabwägung zu!
- Es entsteht keine Mehrproduktion an Energie, somit besteht auch kein Zusammenhang mit den "Atom-Ausstiegszenarien". Die KWO schaffen sich einzig die Möglichkeit, durch die Umlagerung von Wasser vom Sommer in den Winter eventuell mehr Geld zu verdienen.
Bundesgerichtsentscheide Ufenau Zürichsee und Oberlandautobahn Wetzikon ZH
Die beiden Moorschutz-Entscheide unseres höchsten Gerichtes in Lausanne bestätigten, dass der Moorlandschafts-Schutz keine Interessenabwägung zulässt. Beim Entscheid zur Zürcher-Oberlandautobahn, wo es ebenfalls um eine Perimeter-Reduktion analog der Grimsel ging, wurde zusätzlich festgestellt, dass der Bundesrat einzig und allein Perimeter-Veränderungen nur vornehmen darf, soweit sie dem Schutzziel dienen, nämlich:
- der landwirtschaftlichen Nutzung,
- dem Unterhalt und der Erneuerung rechtmässig erstellter Bauten oder
- dem Schutz vor Naturereignissen.
Widerspreche hingegen ein Vorhaben obigen Schutzzielen, sei die Verkleinerung unzulässig, "unabhängig vom Gewicht der übrigen auf dem Spiele stehenden Interessen". Mit anderen Worten: Perimeter-Veränderungen zugunsten künftiger Projekte (wie bei der Mauererhöhung Grimselsee) liegen ausserhalb der gesetzlichen Kompetenz des Bundesrates.
Weitere Aktivitäten im Vereinsjahr 2012
Die Höhepunkte unserer diesjährigen Vereinsaktivitäten: Skitour, Retraite Vorstand, Gletscherweib mit 1. Exkursion Sunnig Aar-Gletschervorfeld-Lauteraarhütte, Feuer in den Alpen, 2. Exkursion Sunnig Aar-Gletschervorfeld, Ausstellung l'art pour l'aar (Thema "Hingucker" mit den KünstlerInnen: Anna Schmid, Adolf Urweider, Hansueli Urwyler, Peter Stähli, Heinz Stähli, Christoph Flück, Nick Röllin und Mauro Bieg), Exkursion und Fusionsversammlung Aqua Viva - Rheinaubund mit u.a. Präsident Thomas Weibel, Alt Präsidenten Remo Galli (auch in der Rolle als Einstein) und Andri Bryner, Geschäftsführer und Mitorganisator Stefan Kunz.
Jubiläum 25 Jahre Grimselverein
In der gut besuchten Tramhalle Meiringen feierte der Verein am 08.09. seinen 25. Geburtstag unter der Leitung von Conférencier und Kabarettist Gusti Pollak, begleitet von den MusikerInnen Magdalena Schatzmann (Glocken) und Mike Maurer (Alphorn). Höhepunkte waren die Festrede von Franziska Teuscher (NR Grüne), die Ehrung von Tobias Winzeler als Ehrenmitglied und das "Grimsel-Märchen" von Gusti Pollak. Es bleibt uns allen die Erinnerung an ein stimmungsvolles und von Herzblut getragenes Jubiläumsfest!
Euch allen im Namen des Vorstandes ein herzliches Dankeschön für eure Treue zur Grimsel.
Peter Anderegg, Präsident
(24.10.2012)