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Rundbrief 28, Dezember 1999

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde!

Wie oft haben wir in all den Jahren diesen Augenblick herbeigesehnt, wie oft uns vorgestellt, wie wir feiern werden, wie oft in vorwitzigem Optimismus oder auch scheuer Hoffnung das Ende des Alptraums Grimsel West gedanklich vorweggenommen - und es war immer ein Schwelgen in Freude und Erleichterung! Jetzt ist es soweit, die KWO haben ihre Grimsel West - Pläne begraben - und wir können es noch nicht recht fassen.

Zuallererst wollen wir Euch allen von Herzen danken für langjährige Treue und Unterstützung! Danke für Euer Mitwirken an g’freuten Festen und Anlässen ebenso wir für Eure Überzeugungsarbeit und Euer zähes Durchwandern von Durststrecken, für Euren tatkräftigen Einsatz und für Eure grosszügigen Spenden!

Und wie weiter? Der Moorschutz an der Grimsel kann nun vollzogen werden, der Aufnahme der Aaregletscher in die UNESCO-Welterbeliste, als Kernstück des Jungfrau-Aletsch-Gebiets, steht nichts mehr im Weg - auf beides wird man den Bundesrat wohl aufmerksam machen müssen.
Wir werden uns kümmern um die Aufnahme der Gletschervorfelder Gauli und Bächli ins Inventar der Gletschervorfelder und alpinen Schwemmebenen - diese Inventarisierung ist vom Kanton Bern in vorauseilendem Diensteifer gegenüber allfälligen KWO/BKW - Interessen nicht befüwortet worden.
Wir erwarten gespannt den Bedarfsnachweis für das neue Projekt „KWO Plus“; die Erhöhung des Grimselseespiegels würde ein BLN-Schutzgebiet, eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung, ein Naturschutzgebiet beeinträchtigen. Wir wollen die Projektierung von „KWO Plus“ kritisch begleiten und als ökologisches Gewissen der KWO wirken. Und wir werden interessiert mitverfolgen, wie die KWO umstellen auf die Produktion von Ökostrom, und gegebenenfalls sorgen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln dafür, dass sie die Sanierungspflicht gemäss Gewässerschutzgesetz nicht etwa vernachlässigen.
Auch wenn das grosse Ziel erreicht ist: eine Auflösung des Grimselvereins scheint uns noch nicht angebracht. Möglicherweise wäre es sinnvoll, an der Generalversammlung im kommenden Herbst die Statuten zu ändern. - Dies einige erste Überlegungen zu grundsätzlichen Entscheidungen, die wir vorzubereiten haben; wir bitten Euch, Stellung zu nehmen.
Wir legen die von Sandro Hügli zusammengestellte Geschichte der Auseinandersetzung um Grimsel West bei und laden Euch ein, Rückschau zu halten.

Wir freuen uns, Euch in grosser Zahl an unserem Fest zu begrüssen und grüssen Euch mit guten Wünschen ins neue Jahr!

Vorstand Grimselverein