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Rundbrief 13, Oktober 1993

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde!

wir kämpfen weiter für die geschützte Grimsel! - Hier die neuesten Mitteilungen:

1. Seit Juli 93:
Der Sommer stand im Zeichen der Aareschutz-Abstimmung. Höhepunkte der aufwendigen Kampagne war die Aarestafette mit der beeindruckenden Gipfelkonferenz im Grimsel Hospiz, dem Sidelhornfeuer, wie jedes Jahr ein sehr aussergewöhnliches Erlebnis, dem farbenfrohen Familienfest im Tschingelmad und unserer Teilnahme an Aktivitäten bis Wynau. Trotz grossem Einsatz unzähliger FreundInnen der Aare wurde die Initiative abgelehnt. Kein Wunder: das politische Klima für ökologische Anliegen ist ungünstig, und es ist den Initiativgegnern mit unhaltbaren Behauptungen und unverhältnismässigem Einsatz öffentlichen Geldes gelungen, Angst zu verbreiten. Ausserdem rechnen viele ProjektgegnerInnen, auch im Oberhasli, damit, dass über Grimsel West separat abgestimmt werden wird: das Nein zur Aare ist eindeutig kein Ja zu Grimsel West. Was wir trotz der Niederlage erreicht haben: Grimsel West ist endlich im ganzen Kanton als höchst umstrittenes Projekt bekanntgeworden. Wenn bestehende Gesetze die Aare genügend schützen, wie die Initiativ-Gegner behauptet haben, dann darf es nicht möglich sein, den Ursprung der Aare vollständig zu zerstören und ihren Abfluss bis ins Mittelland zu beeinträchtigen. Wir sind guten Mutes und danken allen, die Zeit und Arbeit und Geld eingesetzt haben zum Schutz der Aare! Wie alle Jahre haben wir das Gletscherweib auf dem bedrohten Unteraargletscher neu errichtet. L'art pour l'Aar: zum zweiten Mal hat eine Gruppe von KünstlerInnen an der Grimsel gearbeitet und die entstandenen Werke an der Gipfelkonferenz und in Bern präsentiert.

2. Was im Gang ist:
Wegen des unverhältnismässigen Einsatzes öffentlicher Mittel und unhaltbarer Behauptungen im Abstimmungskampf zur Aareschutz-Initiative durch die BKW, den Wasserverbund der Stadt Bern und andere sind mehrere Abstimmungsbeschwerden eingereicht worden, die der Grosse Rat voraussichtlich im Frühling 94 behandeln wird. Hoffen wir, dass diese Beschwerden wenigstens den Zweck erfüllen, dass gewisse Abstimmungspraktiken halböffentlicher Unternehmen endlich verurteilt werden. Dies ist für die Zukunft und vor allem für eine Abstimmung über Grimsel West sehr wichtig.
Die KWO werden nun die verlangten Nachuntersuchungen zur Umweltverträglichkeit von Grimsel West durchführen lassen - Resultate sind nicht vor Herbst 94 zu erwarten. Vorher finden sicher keine Einspracheverhandlungen statt.
Es werden zur Zeit Unterschriften gesammelt für zwei eidgenössische Initiativen, die wir unterstützen: Solarinitiative und Energie-Umwelt-Initiative (siehe Beilagen!). Die Gründung eines Trägervereins zur Erstellung einer Solaranlage steht bevor. Nachdem die Ge-meinde Meiringen dieses Geschenk aus "Neutralitätsgründen" verschmäht hat, sind Verhandlungen über einen neuen Standort im Gang.

3. Wir planen:
Weil nach dem Abstimmungskampf unsere Kasse beinahe leer ist, werben wir unter den 117'000 BernerInnen, die Ja zur Aare gesagt haben, neue Mitglieder. Und es ist auch den treuen alten Mitgliedern nicht verboten, die Vereinskasse aufmöbeln zu helfen...
Für nächstes Jahr sind die traditionellen Aktivitäten vorgesehen: Gletscherweib, Mahnfeuer auf dem Sidelhorn, mehrtägige Exkursion.

Allen liebe Grüsse!
Der Vorstand