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Rundbrief 10, September 1992
Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde
nach unserem grossen Versand im März beschränken wir uns auf das Wichtigste:
1. Seit März 92:
- Wir halten Vorträge, zeigen Dias, begleiten Exkursionen im bedrohten Gebiet - das Interesse verschiedenster Kreise am Projekt Grimsel West und am Widerstand dagegen hält an. Zunehmend besuchen auch Schulen die bedrohte Grimsel.
- Gewässerschutz: trotz grossem Einsatz ist die Initiative nicht angenommen worden; die Anstrengungen haben aber sicher dem Gesetz zur Annahme verholfen. Das Gesetz wird Grimsel West nicht bodigen.
- Das Gletscherweib, eine veritable Matrone aus Stein, geschmückt mit Gebetsfahnen, direkt am Lauteraarhüttenweg, ist im Frühsommer neu erstanden!
- Wir haben am 8. August das traditionelle Mahnfeuer auf dem Sidelhorn angezündet, ein zauberhaft schönes Fest gefeiert mit vielen Gästen. TransALPedes, die internationale Gruppe, die zu Fuss von Wien nach Nizza unterwegs ist wider die drohende Übernutzung des Alpenraums, war dabei.
- Guttanner Behördenvertreter haben TransALPedes im "Bären" freundlich empfangen, das lange Wandern durch den Alpenraum als Unterstützung gewürdigt - und in der Nacht wurde (ausgerechnet hier!) das TransALPedes-Transparent gestohlen - zwei Tage später konnte der Grimselverein der Gruppe im Rahmen eines Fests in Brig ein neues Transparent übergeben.
- TransARTpedes: aus Anlass des Besuchs von TransALPedes haben KünstlerInnen aus der Region während einer Woche im Grimselgebiet gearbeitet und ihre Werke in Meiringen ausgestellt: Kunst als Beitrag dazu, dass diese Landschaft unberührbar wird - da ja offenbar geltendes Recht zu ihrem Schutz nicht genügt.
2. Was im Gang ist:
- Zur Beurteilung der Umweltverträglichkeit von Grimsel West hat der Kanton von den KWO zusätzliche Untersuchungen verlangt, unter anderem müssen die Projektanten abklären, ob und wieweit Grundwasser und Auenwälder im untern Aaretal - über 100 Kilometer vom Tatort entfernt - beeinträchtigt werden. Die KWO wollen diese teuren Untersuchungen nicht vornehmen, ohne dass der Kanton vorher Farbe bekennt und die Fortführung des Projekts untersützt; damit kehren die KWO das Bewilligungsverfahren um: eine Stellungnahme des Kantons wird so oder so den Konzessionsentscheid präjudizieren. Wollen die KWO Verantwortung für gigantische Fehlplanung abschieben??
Bis Ende 1992 soll eine Stellungnahme der Berner Regierung vorliegen.
- Aareschutz-Initiative: wir warten auf den Bundesgerichtsentscheid über die Gültigkeit einiger Passagen der Initiative. Das Abstimmungsdatum ist von diesem Entscheid abhängig - wahrscheinlich 1993. Der Grimselverein wird zu den Hauptakteuren im Abstimmungskampf gehören, weil diese Initiative dem KWO-Projekt endgültig den Garaus machen würde. Viel Arbeit und hohe Kosten kommen auf uns zu - diese Abstimmung müssen wir gewinnen!
3. Wir planen:
- Feuer auf dem Sidelhorn: 7. August 1993 zusammen mit der Feuerkette in den Alpen (vormerken!)
- Mit dem Frühlings-Rundbrief wollen wir ein umfassendes, aktualisiertes Informationsbulletin verschicken, vor allem für diejenigen, die wieder einmal von Grund auf ins Bild gesetzt sein möchten über Grimsel West 90, den Widerstand und das Konzessionsverfahren.
Allen liebe Grüsse!
Der Vorstand