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Aktuell Archiv

Bericht von GV 2016

Feuer in den Alpen 2016

Mahnwache Ensi

Darum muss man die Grimsel schützen

Weiterzug vor Bundesgericht

Urteil des Verwaltungsgerichts

SRF zum Urteil

Medienmitteilung Umweltverbände zum Urteil

Beschluss NR ohne Auswirkung auf Grimsel

Google an der Grimsel

Stellungnahme Motion Krähenbühl

Rundbriefe 1 - 4 wiedergefunden

Feuer in den Alpen 2014

Gletscherwyb 2014

Grimselverein-Skitour 2014

"Verkauft"

Protokoll GV

Feuer in den Alpen 2013

Gletscherwyb 2013

Stellungnahme Trift

Beschwerde gegen Konzession

Vernehmlassung zur Energiestrategie 2050

Resolution: Wasserkraft jenseits von Sachzwängen

Umweltverbände: Konzession setzt falsches Zeichen

Pro Natura Magazin 4/2012

Argumentarium

Moorschutzentscheid Oberlandautobahn

Nachgefragt

Stellungnahme zum Entscheid Regierungsrat

Standortbestimmung Grimselmauer

Mühleberg + Grimselmauer: unnötig

Moorschutzentscheid Insel Ufenau

Gletscherwyb 2011

Beschwerde abgewiesen

Gescheiterter Dialog 2002/2003




Archiv der Seite "Aktuell"



Bericht von der Generalversammlung 2016

Der Grimselverein erachtet Vergrösserung Grimselsee energiepolitisch vernachlässigbar und bedeutungslos


Die seit den 30er-Jahren unter Naturschutz stehende Landschaft Grimsel Sunnig Aar wird überleben
Am letzten Samstag fand die 30. Generalversammlung des Grimselvereins statt. Der Verein kann auf sein erfolgreichstes Jahr seit Bestehen zurückschauen. Das Bernische Verwaltungsgericht hatte nämlich am 22.12.2015 mit 5:0 Richterstimmen entschieden, dass die Landschaft Grimsel Sunnig Aar ungeschmälert zu erhalten sei, da sie die Kriterien als Moorlandschaft von nationaler Bedeutung erfüllt.



Die Erhöhung der Staumauer Grimsel bringt keine zusätzliche Energie
Der Präsident des Grimselvereins, Peter Anderegg, zeigte an folgendem Beispiel auf, warum die Erhöhung der Staumauer keine zusätzliche Energie bringt.

 2 Kaffeemaschinen
Es wird keine zusätzliche Energie gewonnen
Ihre Kaffeemaschine (Produktionsanlagen KWO), produziert 4 Kaffees in der Minute (22.8 MWh produzierte Energie/Minute). Sie tauschen den Wasserbehälter gegen einen doppelt so grossen aus: Produzieren sie dann mehr als 4 Kaffees in der Minute? Nein, ergibt keine Mehrproduktion. D.h. Die KWO produzieren nach Bauabschluss Mauererhöhung immer noch 22.8. MWh/Minute.

Es kommt noch schlimmer
Ihre Kaffeemaschine ist fest eingebaut in Ihre Traum-Küche (Naturschutzgebiet Grimsel). Wegen des doppelt so grossen Wasserbehälters schneidet Ihr Schreiner in die Küchen-Kombination ein grosses Loch (Fluten der Grimsel Sunnig Aar). Ihre Küchenkombination ist für immer verschandelt (Einstauband am Ufer des Grimselsees).


Bestätigung Vorstand und Ernennung Ehrenmitglieder
Nach den Bestätigungswahlen Vorstand wurden als Dank für ihr grosses Engagement zu Ehrenmitgliedern ernannt: Peter von Arx (Meiringen), Heini Glauser (Windisch) und Jean-Pierre Jaccard (Augst)

Trift
Im Verschiedenen wurde das Projekt Trift (Stand Oktober) vorgestellt. Der Antrag, unter den Teilnehmern eine Konsultativabstimmung zur Trift durchzuführen, wurde im Laufe der Debatte zurückgezogen. Man wird die Vorlage des definitiven Projektes abwarten.


***

Macht eine Vergrösserung des Grimselsees wirtschaftlich oder Stromproduktionsseitig Sinn?
Im Anschluss an den regulären Teil der GV folgte der Vortrag von Heini Glauser zur aktuellen Situation.

Die Gletscher werden dünner, damit geht die Wassermenge aus Gletscherschmelze zurück. Vergrösserte man den Grimselsee, ginge es länger, bis er gefüllt ist. Ein noch grösseres Einstauband am Ufer des Grimselsees, als heute, würde im Sommers zum, störenden Dauerzustand. Pumpspeicherwerke sind Werke für den europäischen Stromausgleich. In den letzten Jahren sind die Tages-Schwankungen im Strompreis praktisch verschwunden, und ein rentabler Pumpbetrieb ist in Frage gestellt (Beispiel Pumpspeicherwerk Lindt-Limmern GL). Die immer heraufbeschworenen Stromengpässe existieren nicht: Die Stromleitungen zum europäischen Umland stellen schon heute mehr als sicher, dass die Schweiz täglich mehr Strom importieren kann als die gesamte Inlandproduktion beträgt: Die Schweiz ist die Stromdrehscheibe Europas!

Quintessenz für KWO und Grimselsee
  1. Die KWO-plus-Projekte Grimselseevergrösserung und neue 600-900 MW Pumpspeicherzentrale hätten die KWO ins gleiche Fiasko gebracht, wie Linthal 2015 die AXPO
  2. Eine Vergrösserung des Grimselsees macht weder wirtschaftlich noch Stromproduktionsseitig Sinn
  3. Die Stromversorgung der Schweiz hängt nicht von einzelnen Kraftwerken ab, weder AKW noch Grimsel, sondern von einem intelligenten Kraftwerkmix und mit einer guten Rolle im europäischen Stromsystem
(3.12.2016)








Sidelhorn-Feuer des Grimselvereins 2016

Feuer in den Alpen 2016. (Bild: Peter Anderegg)
Auf dem Gipfel des Sidelhorns, anlässlich des Protestfeuers Grimselverein 2016 zum Erhalt der Moorlandschaft Grimsel (Bild: Peter Anderegg)

"Auf der Aeschi-Allmend neben dem schönsten Bänkli im Berner Oberland steht der Gedenkbrunnen, welcher an das in den 1960-er Jahren erfolgreich verhinderte Stauseeprojekt im Suldtal ob Aeschi erinnert - geplant waren Zuleitungen durch kilometerlange Stollen aus dem hinteren Lauterbrunnental über Kiental/Griess bis Kandersteg/Gastern. Die Gedenktafel erinnert an das Zusammenhalten der Oberländer gegen die übermächtige BKW, die schon damals jeden Tropfen Wasser fassen wollte. Wenn heute die Oberländer diese Solidarität an der Grimsel vermissen lassen, ist der Grimselverein zum Glück seit fast 30 Jahren wachsam und bleibt es!" Mit diesen Worten begann Dres Schild seiner Gipfelrede.

Rund 40 Mitglieder des Grimselvereins waren am letzten Samstag bei Traumwetter auf das Sidelhorn aufgestiegen. Die Tradition des Alpenfeuers steht in diesem Jahr auch für die Bestätigung des Bernischen Verwaltungsgerichtes, dass die Grimsellandschaft als Moorlandschaft unantastbar und weiter geschützt bleibt. Eine wunderbare Fernsicht, die Klänge von zwei Alphörnern, spannende Gespräche begleiteten das Eindunkeln.

Alle Teilnehmer zeigten sich überzeugt, dass die über 80 Jahre geschützte Moorlandschaft Grimsel und das einmalige Gletschervorfeld Unteraar ungeschmälert weiterbestehen werden. Eine Urteilsbestätigung durch das Bundesgericht ist sehr wahrscheinlich. Und unsere Bundesverfassung wird kaum umgeschrieben wegen einem für die Schweizerische Energiewirtschaft vernachlässigbaren und für die Energiestrategie 2050 so unbedeutendem Projekt wie die Grimsel-Mauererhöhung.

Das Feuer war weitherum sichtbar. Der Abstieg erfolgte in der Dunkelheit und Stille der Bergwelt in einer Lichterkette.
(21.8.2016)










MAHNWACHE ENSI BRUGG

BIS ZUR ABSCHALTUNG

Seit der Katastrophe von Fukushima, also seit März 2011, demonstriert eine Gruppe von engagierten Atomkraftgegnern vor dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI in Brugg gegen den unbefristeten Weiterbetrieb der Uraltreaktoren in Beznau, den beiden ältesten Reaktoren der Welt überhaupt!

Die Mahnwache findet von Montag bis Donnerstag statt, jeweils von 17:00 bis 18:00 und zwar vor dem ENSI-Sitz auf der Südseite des Bahnhofes von Brugg. Alle sind herzlich eingeladen, sich der wachsenden Schar von Mahnwachenden anzuschliessen.

Seit kurzem gibt es für die Mahnwache eine Homepage: www.mahnwacheensi.ch

Diese Homepage wurde im Hinblick auf die Abstimmung über den geordneten Atomausstieg aufgeschaltet. Sie enthält die wichtigsten Argumente für ein Ja zu dieser Initiative.

(8.8.2016)








Darum muss man die Grimsel schützen


Z.B. das Gletschervorfeld...
... oder den Arvenwald
... oder das einmalige BLN-Moorschutzgebiet



KWO zieht Grimsel-Entscheid ans Bundesgericht weiter


Das Regionaljournal Bern-Freiburg-Wallis, die Jungfrauzeitung und der Sender Telebärn berichteten am 17.2.2016 zum Entscheid der KWO:





Urteil des Verwaltungsgerichts vom 22.12.2015


Das Urteil des Verwaltungsgerichts im Wortlaut kann auf der Homepage des Grimselvereins heruntergeladen werden.

(18.1.2016)








SRF Schweiz aktuell 22.12.2015

Urteil des Bernischen Verwaltungsgerichtes

Der Berner Oberländer Energiekonzern KWO AG darf die beiden Staumauern des Grimselsees nicht erhöhen. Das bernische Verwaltungsgericht hat am Dienstag entschieden, dass der Moorschutz diesem Vorhaben entgegensteht. Damit ist die erweiterte Konzession hinfällig, die der Grosse Rat des Kantons Bern am 5. September 2012 genehmigt hat.

Michel Daum Referierender bernischer Verwaltungsrichter
"Die Verschiebung der Grenze des Moorschutzgebietes durch den Bundesrat war rechtswidrig."
Das Gericht urteilte, dass der Bundesrat im Jahr 2004 den Perimeter der national geschützten Moorlandschaft Grimsel unzulässigerweise auf einer Höhenkote von 27 Metern über dem heutigen Seeufer festsetzte. Das sei ein rein politischer Entscheid gewesen, mit dem einzigen Ziel, der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) die Vergrösserung des Sees zu ermöglichen.

Schutz des Moores ist wichtiger
Bundesverfassung sowie Eidgenössisches Natur- und Heimatschutzgesetz erlaubten aber dieses Vorgehen nicht; die Landesregierung habe ihren Ermessensspielraum verletzt. Ein Augenschein habe klar gezeigt, dass die Moorlandschaft bis zum heutigen Seeufer hinab reiche. Das Gesetz verlange eine Abgrenzung solcher Schutzgebiete mithilfe von in der Landschaft klar ersichtlichen Abgrenzungslinien. Das sei in diesem Fall die heutige Seegrenze.

Peter Anderegg Präsident des Grimselvereins
"Die Natur hat gewonnen, nicht die Menschen. Wir sind sehr froh."
Das Gericht hiess mit diesem Entscheid Beschwerden mehrerer Umweltorganisationen gegen eine Änderung jener Gesamtkonzession gut, welche die KWO nutzt, um im Grimselgebiet ihre Kraftwerke zu betreiben.
Der Entscheid vom Dienstag kann weitergezogen werden. Er fiel mit 5 zu 0 Stimmen klar aus, auch wenn einer der fünf Verwaltungsrichter mit dem absoluten Schutz der Moore grosse Mühe bekundete. Es sei störend, dass beim Moorschutz jegliche Güterabwägung mit anderen öffentlichen Interessen von vorneherein unmöglich sei. Allerdings habe die Politik diese Frage zu klären und nicht die Gerichte. Ob der Kanton Bern oder die KWO das Verwaltungsgerichts-Urteil ans Bundesgericht weiterziehen, ist noch offen.

Gianni Biasutti Direktor der Kraftwerke Oberhasli KWO
"Wir müssen uns sehr sorgfältig überlegen, wie wir auf dieses Urteil reagieren."
Mit der Erhöhung der beiden Grimselsee-Staumauern um 27 Meter wollen die Kraftwerke Oberhasli AG die Speicherkapazität des Grimsel-Stausees fast verdoppeln. Auf diese Weise möchte das Unternehmen das gespeicherte Wasser besser über das Jahr verteilt für die Stromproduktion einsetzen können.

Und hier dazu auch ein Beitrag aus dem Regionaljournal Bern 22.12.2015







Logo Umweltverbände

Gemeinsame Medienmitteilung, Bern/Basel/Zürich, 22. Dezember 2015

Grimsel-Entscheid

Good News für die Moorlandschaft an der Grimsel
und den Moorschutz der Schweiz

Das Verwaltungsgericht Bern hat entschieden: Die Grimsel-Staumauererhöhung ist nicht rechtens. Die wertvollen Moorbiotope und die Moorlandschaft an der Grimsel dürfen nicht geflutet werden. Die Umweltverbände sind erleichtert und froh über diesen Entscheid. Ein weiteres Mal wird der bestehende verfassungsmässige und rechtliche Schutz der letzten Moore und Moorlandschaften durch ein Gericht gestützt.

Das Berner Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Konzession für eine Erhöhung der Grimsel-Staumauer nicht mit dem verfassungsmässigen Moorschutz vereinbar ist. Die Umweltverbände sind erleichtert über diesen Entscheid, mit dem das Gericht die Moore und die Moorlandschaft an der Grimsel vor Flutung schützt und den Schutz der Moore in der ganzen Schweiz stützt. Moore sind seit der Rothenthurm-Volksabstimmung im Jahr 1987 durch die Verfassung geschützt, weil sie besonders wertvolle Lebensräume für seltene und schützenswerte Tier- und Pflanzenarten sowie Landschaften von aussergewöhnlicher Schönheit darstellen. Zudem sind nur mehr Reste der ursprünglichen Schweizer Moore erhalten. Sie sind Juwelen der Landschaft. Wäre die Zerstörung der Moorlandschaft an der Grimsel zugelassen worden, hätte dies den Moorschutz schweizweit ausgehebelt. Nach und nach wären weitere Moore zerschnitten, geflutet, überbaut oder trocken gelegt worden.

Es ist dies ein weiterer wegweisender Gerichtsentscheid, der den ungeschmälerten Erhalt dieser seltenen und besonderen Lebensräume stützt. Im Herbst 2012 hatte das Bundesgericht im Fall der Zürcher Oberlandautobahn den Moorschutz klar gestützt. Ähnlich wie an der Grimsel wurde dort eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung auf dem Papier willkürlich verkleinert, um ein Infrastruktur-Projekt zu ermöglichen.

Aus Umweltsicht ist der Verzicht auf die Stausee-Vergrösserung kein Verlust, da diese der Energie-Speicherung und nicht der Energie-Produktion hätte dienen sollen. Die Speicher-Kapazitäten wurden und werden in der Schweiz aber andernorts massiv und mehr als genug erhöht.

(23.12.2015)








Nationalrat erklärt "Erneuerbare Energien" zu nationalem Interesse: Keine Auswirkung auf Verfahren Grimsel

In der Dezembersession 2014 hat der Nationalrat Projekte in "Erneuerbare Energien" zum nationalem Interesse erklärt.

Was bedeutet das für das laufende Verfahren Grimsel?
Die Beschwerde gegen die Mauererhöhung Grimselsee (Verletzung Rothenturm-Artikel) von Grimselverein und den grossen Umweltorganisationen (Aqua Viva, Pro Natura, WWF, Greenpeace, Stiftung für Landschaftsschutz und Greina-Stiftung) ist in Behandlung beim Bernischen Verwaltungsgericht.

Das Verwaltungsgericht wird darüber befinden, ob es sich bei der "Sunnig Aar" im heute sichtbaren, 80 Jahre bereits geschützten Umfang um eine geschützte Moorlandschaft nach Rothenthurm handelt. Bejaht das Gericht den vollen Schutz, ist die Konzession Mauererhöhung Grimsel nichtig, da sie mit der Bundesverfassung in Widerspruch steht. Die Frage nach dem nationalen Interesse stellt sich nicht, eine Güterabwägung zwischen verschiedenen nationalen Interessen ist unmöglich.

Moorlandschaft Grimsel bliebe auch nach Neuem Recht (Energiestrategie 2050, Erstes Massnahmenpaket) geschützt
In seinem gestrigen Entscheid hält der Nationalrat fest, dass bei Nationalen Biotopen (inkl. Vogelschutzreservaten) auch künftig keine Güterabwägung möglich sein wird. Moorlandschaften von nationaler Bedeutung wie die Grimsel sind nationalen Biotopen gleichgestellt. Damit stellt sich auch nach Neuem Recht bei der Grimsel die Frage nach einer Güterabwägung zwischen nationalen Interessen nicht.

Schlussfolgerung
Ist die Moorlandschaft Grimsel gerichtlich im vollständigen Umfang anerkannt, so bleibt sie auch bei künftigen Verfahren geschützt. Die"Sunnig Aar" wäre also gerettet!

Peter Anderegg, Präsident

Grimselweg (Bild: Peter Anderegg)
Auf dem Weg in der von Überstauung bedrohten Moorlandschaft Grimsel - etwa Höhe Überstauung mit 23 Meter über heutigem Seespiegel (Bild: Peter Anderegg)

(4.12.2014)








Google "Street-View" an der Grimsel

Google "Street-View" an der Grimsel


Gerne einmal ohne zu Schwitzen das Gletscherweib besucht?
Oder wollten Sie gerne die uralten Arven bestaunen?
Und natürlich das einmalige BLN-Moorschutzgebiet

Seit dem 10. September 2014 ist die Google "Street-View" Funktion um ein Bijou reicher. Den Internetnutzern ist es nun möglich, bequem von Zuhause aus den SAC-Lauteraarhüttenweg zu begehen. Während des ansonsten bescheidenen Sommers 2014 wählten die Leute von Google und Mitglieder der SAC-Sektion Zofingen einen Traumtag aus, um den Weg in tausenden Einzelbildern aufzunehmen.

Der Vorstand des Grimselvereins begrüsst es, dass es nun einem breiten Publikum ermöglicht wird, die Einmaligkeit des Grimselgebiets abseits der Passstrasse zu entdecken. Durch die Bilder wird leicht ersichtlich, warum die Moorlandschaft und der Arvenwald entlang des Hüttenweges unter dem Schutz der Schweizer Bundesverfassung (Rothenturm-Artikel) stehen und wieso dieses Gebiet für kommende Generationen ungeschmälert erhalten werden muss.

Ein Eintauchen in die Bilder des amerikanischen Unternehmens kann eine echte Wanderung bestimmt nicht ersetzen, leistet aber einen wertvollen Beitrag zur Unterstreichung des landschaftlichen Wertes der Grimsel.

(11.9.2014)








Stellungnahme zu Motion Krähenbühl Grosser Rat Bern: Standesinitiative Moorschutz in Sachen Grimsel

Feuer in den Alpen 2016. (Bild: Peter Anderegg)
Blick vom Gipfel des Sidelhorns Richtung Gletschervorfeld, anlässlich des Protestfeuers Grimselverein 2016 zum Erhalt der Moorlandschaft Grimsel (Bild: Peter Anderegg)

Zuerst jede 16. Elektroheizung abstellen und erst nachher einmalige Moorlandschaften zerstören

In dieser Woche hat der Bernische Grosse Rat darüber befunden, ob der Kanton Bern mittels Standesinitiative eine Änderung am Moorschutzartikel (Rothenturmartikel) der Bundesverfassung erwirken soll. Vermutlich wird die da beschlossene Annahme der entsprechenden Motion Krähenbühl den Kraftwerken Oberhasli AG (KWO) einen Bärendienst erweisen.

Am Grimselsee ist seit Jahrzehnten eine Mauererhöhung geplant: Mittels zusätzlichem Rückhalt von Sommerwasser soll eine Energieumlagerung in den Winter stattfinden, dies bei unveränderter Produktionsleistung. Diese Energieumlagerung entspricht der Strommenge, die sich in der Schweiz einsparen liesse, wenn jede 16. Elektroheizung vom Netz genommen würde; dies entspricht einer minimalen Energieumlagerung von 0.3-0.5 Prozent. Daraus abzuleiten, dieses Projekt sei für die Energiewende von zentraler Bedeutung, grenzt an Verhältnisblödsinn. Zudem ist das Grimselprojekt finanziell nur tragbar, wenn die Kraftwerke für die Sommer/Winter-Umlagerung gesondert entschädigt würden.

Entlang des Grimselsees befindet sich eine Moorlandschaft, welche eine so grosse Bedeutung hat, dass sie von den Berner Verwaltungsrichtern Ende 2015 mit 5:0 geschützt worden ist! Das Grimselseeprojekt ist das einzige Schweizerische Stauprojekt in einer geschützten Moorlandschaft. Die vom Berner Regierungsrat unterstützte Motion will nun der Bevölkerung glaubhaft machen, dass wegen eines einzigen, energiepolitisch und finanziell unsinnigen Projektes, der Moorlandschaftsschutz in der Verfassung aufzuweichen sei. Dabei ging es bei der Rothenturm-Abstimmung darum, einmalige Landschaften vor irreparabler Zerstörung zu retten, genau wie im Fall der Grimsel: Das Fluten würde die Moorlandschaft Grimsel unwiederbringlich zerstören.

Was soll die Motion bewirken? Die aktuelle Konzession wurde vom Verwaltungsgericht für nichtig erklärt, dies gestützt auf klare und eindeutige Bundesrechtspraxis. Derzeit beurteilt das Bundesgericht die Rechtslage: es ist sehr unwahrscheinlich, dass das Ergebnis anders ausfällt. Die eventuelle Standesinitiative kann also die aktuelle Konzession nicht retten. Negativ wirkt auch, dass die Motionäre versuchen, in ein laufendes Rechtsverfahren einzugreifen; dies dürfte die Erfolgschancen auf Bundesebene beeinträchtigen. Sollte die Standesinitiative wider Erwarten erreichen, dass der Moorschutzartikel in der Bundesverfassung neu geschrieben würde, so dauert das mindestens ein halbes Jahrzehnt; die Erfolgschancen streben gegen Null. Zudem müssten die Kraftwerke Oberhasli das Projekt neu auflegen und neu konzessionieren lassen. Also bedeutet die Standesinitiative für die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) einen Bärendienst: Anstatt ein längst sinnloses Vorhaben endlich einmal abschreiben zu können, bindet das Projekt Mauererhöhung weiterhin personelle Ressourcen und belastet auch mögliche, sinnvolle Ausbauten in nichtgeschützten Gebieten, wo die Kraftwerke daran sind, Lösungen zu erarbeiten.

Wie wollen wir künftigen Generationen erklären, dass wir anstatt jede 16. Elektroheizung vom Netz zu nehmen, die einmalige Moorlandschaft Grimsel unter Wasser gesetzt haben nach dem Motto: Zuerst die Moorlandschaft Grimsel fluten und erst dann Effizienz- und Einsparungen beim Stromkonsum zu ergreifen?

(11.9.2016)










Wiedergefunden: Rundbriefe 1 bis 4

Bis jetzt waren die Rundbriefe 1 bis 4 nicht auf der Homepage des Grimselvereins verfügbar. Diese Lücke wurde nun geschlossen, vielen Dank an Katharina von Steiger!

(17.1.2016)








Rückblick zu Feuer in den Alpen 09.08.2014

"Sidelhorn"-Feuer des Grimselvereins auf dem Sattel Guttannen

Feuer in den Alpen 2014. (Bild: Peter Anderegg)
Protestfeuer Grimselverein 2014 zum Erhalt der Moorlandschaft Grimsel

Der Wetterbericht der Vortage machte klar, dass das diesjährige Feuer des Grimselvereins nicht auf dem Sidelhorn werde stattfinden können (Nebel, Nieselregen, Föhnsturm). Daher wurde das Feuer auf dem Hubel ob Guttannen organisiert und mit grösster Vorsicht entfacht. Der Grimselverein feuerte wie jedes Jahr seit 1989, dies im Rahmen von "Feuer in den Alpen", als Protestfeuer gegen die Zerstörung des Alpenraumes von Slowenien bis Nizza. Etwa die Hälfte der rund 40 Teilnehmer konnten sich erinnern, dass der Grimselverein bereits vor 20 Jahren einmal auf dem Hubel gefeuert hatte!

Spannende Gespräche und Alphornklänge begleiteten das Eindunkeln. Im Zentrum der Gedanken spürte man die Hoffnung, dass die unsägliche Mauererhöhung nicht komme, die man bereits nur durch das Abstellen von 4% der Elektroheizungen in der Schweiz vermeiden könnte. Die Festrede hielt Heidi Kaderli-Schläppi: Jeder von uns hat einen Flecken Erde für sich zugut, im Leben, aber auch danach. Man könnte diesen Flecken Erde untereinander aufteilen, das gäbe doch viel für jeden. Aber es gibt einzelne, die sich mehr nehmen und andere, denen nichts bleibt. Gehört dazu wohl die Moorlandschaft Grimsel, von der man einfach abschneidet, dann überflutet, sie untergehen lässt? Aber sollten wir nicht gerade dieses Fleckchen Erde erhalten!

Feuer in den Alpen 2014. (Bild: Peter Anderegg)
Moorlandschaft Grimsel mit seinem charakteristischen Arvenwald; seine bis zu 400 Jahre alten Arven sind unersetzlich. Warum soll dieses geschützte Juwel der Alpen der Profitgier geopfert werden?
(Bilder: Peter Anderegg)
Der Grimselverein ist gemeinsam mit den Schweizerischen Umweltorganisationen überzeugt, dass die über 80 Jahre geschützte Moorlandschaft Grimsel und das einmalige Gletschervorfeld Unteraar ungeschmälert weiterbestehen werden (der Fall liegt aktuell vor dem bernischen Verwaltungsgericht)!

Das Feuer war weitherum sichtbar. Dann kam der Fast-Vollmond und spielte mit uns: einmal schaute er hervor zwischen steilen Bergflanken, dann ging er wieder und kam. Dann das gleiche Schauspiel zwischen oder hinter Wolken. Nach dem Abstieg liessen wir den Abend noch im Bären Guttannen ausklingen.
(13.8.2014)








"Gletscherwyb" des Grimselvereins erstrahlt in neuer Pracht

Der Grimselverein besuchte am Samstag 5.7.2014 das Gletschervorfeld Unteraar und setzte dort die Schutzpatronin «Gletscherwyb» wieder instand.

Priska Walss spielt am 'Gletscherwyb' (Bild: Peter Anderegg)Der Föhn bläst durch die Gebetsfahnen und das Gletscherwyb erstrahlt in neuem Glanz. Auf den zwei mitgetragenen Alphörnern spielt die Alphorn-Virtuosin Priska Walss.
Traditionsgemäss verbrachten die Mitglieder des Grimselvereins das erste Juliwochenende an der «Sunnig Aar» und im Gletschervorfeld Unteraar. Das "Gletscherwyb", die steinerne Schutzpatronin, wurde wieder instand gestellt und mit bunten buddhistischen Gebetsfahnen geschmückt. Die Grimsellandschaft empfing ihre Gäste in ihrer schönsten Pracht. Wer beim Ausflug dabei war, konnte spüren, welche Kraft in der steckt: Es kommt nicht von ungefähr, dass sie ein Juwel im Bundesinventar besonders schützenswerter Landschaften ist, und unter dem verfassungsmässigen Schutz der Moorlandschaften gemäss Rothenturm-Artikel steht!


Blumenmeer Grimsel (Bild: Peter Anderegg)Blick auf die Blumenpracht der geschützten Moorlandschaft "Sunnig Aar" am Grimselsee, im Hintergrund der Wald mit über 250- bis zu 400-jährigen Arven
Bilder: Peter Anderegg
Gegen die erteilte Konzession zur Mauererhöhung und die damit unwiderrufliche Zerstörung der Grimsellandschaft haben der Grimselverein zusammen mit den Umweltverbänden Aqua Viva, Pro Natura Schweiz, Pro Natura Bern, WWF, Stiftung für Landschaftsschutz, Greenpeace, Schweizerische Energiestiftung gemeinsam sowie die Greina-Stiftung das Bernische Verwaltungsgericht angerufen, um dem Vorhaben Einhalt zu gebieten. Einige Teilnehmer stiegen auf dem neu erstellten schönen Weg auf zur Lauteraarhütte, wo sie die Gastfreundschaft genossen.

(7.7.2014)








Grimselverein-Skitour 14.-16.3.2014

Wie geplant starteten 10 TeilnehmerInnen und die zwei Bergführer Resu Leibundgut und Dres Schild am Freitagmorgen bei schönstem Wetter bei der Handegg. Im Aufstieg der Passroute entlang begleitete uns für einmal kein Auto- oder Töfflärm, dafür frühlingshaftes Vogelgezwitscher. Bei zunehmender Hitze ging’s dann steil hoch zum Gelmersee, wo wir uns im Vorbeigehen bei den dort von der KWO installierten Webcams anmeldeten. In kurzen T-Shirts stapften wir über den gefrorenen See, um dann möglichst schnell den steilen Schlussaufstieg zur Gelmerhütte hinter uns zu bringen. Bei der Hütte verbrachten wir einen gemütlichen Nachmittag, wahlweise mit schlafen, Schmelzwasser besorgen, Nassschnee-Lawinen beobachten, Küche einheizen oder kochen. Einige vertieften sich auch in die mitgeführten Unterlagen zum neuen Trift-Stausee-Projekt.

Am Samstag ging’s früh los Richtung Diechterlimmi. Der Himmel überzog sich bald mit Schleiern und Wolkenfetzen. Am Gipfel tobte bereits ein ansehnlicher Sturm, der uns schnell zur Abfahrt über den Triftgletscher trieb. Dennoch genossen wir die phantastische Stimmung in diesem einsamen, weitläufigen Gletscherbecken mit toller Aussicht in die Urner und Berner Alpen. Kurz vor der Hütte - zwischendurch lockte wieder die Sonne - beschloss ein grösserer Teil der Gruppe, nochmal aufzusteigen zur Schulter des Maasplanggstocks. Ein kleinerer Teil fuhr gleich zur Hütte, wo wir von der Hüttenwartin Irène Beck herzlich empfangen wurden.

Von der Trifthütte geniesst man einen spektakulären Blick auf die inzwischen erschreckend hoch gelegene Zunge des Triftgletschers. Eine bei der Hütte angebrachte Webcam der ETHZ (www.trifthuette.ch) hält das Ableben des Gletschers für die Nachwelt fest. Weit unten kann man die Senke des neuen Triftsees erahnen, wo nun das neue Stauseeprojekt besteht. Vor diesem Hintergrund haben wir eine kleine Fotodemo gemacht, um mit dem gleichen Bildausschnitt wie die Webcam auf den dramatischen Rückgang der Gletscher und die noch dramatischere Projektierungswut der Energiedealer, Ingenieure und RegierungsrätInnen hinzuweisen. Als ob Beton die einzige Lösung zur CO2-Reduktion und Energiewende wäre...
Am Sonntag empfing uns morgens dichter Nebel, der sich auch trotz hartnäckigem Trödeln unsererseits nicht verzog. So mussten auch unsere Bergführer alle Register ziehen, um uns bei miserabler Sicht sicher über Triftgletscher, Sacklimmi und Trifttälli zum Furtwangsattel zu führen. Souverän gemacht! Am Furtwangsattel dann die grosse Überraschung: Schönes Wetter im Haslital. So konnten wir schliesslich eine spritzige Sulzschneeabfahrt geniessen, zumindest bis ins Wysstanni. Hier schulterten wir die Ski und erreichten das frühlingshafte Guttannen wiederum in den T-Shirts. Eine toller, abwechslungsreicher Kreis hat sich geschlossen.
Bericht: Nick Röllin, Vorstand Grimselverein

Skitour Grimselverein 2014. (Bild: zvg)
Hier staun(t) der Grimselverein... (Bild: zvg)

(7.4.2014)








"Verkauft" - Ein Projekt der KünstlerInnengruppe l'art pour l'aar

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"Verkauft" - Ein Projekt der KünstlerInnengruppe l'art pour l'aar

Hier findet sich auch ein Artikel in der Jungfrauzeitung zu diesem Thema.

(28.8.2013)










Auszug aus dem GV-Protokoll 17.11.2013

Altes Grimselhospiz 1907, Foto Jean Moeglé (Quelle: Staatsarchiv Bern)
Altes Grimselhospiz 1907, Foto Jean Moeglé (Quelle: Staatsarchiv Bern)
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Der Präsident Peter Anderegg begrüsst die anwesenden Vereinsmitglieder, die zwei Musikanten vom Trio "Scheenn & Gmietli", denen er verspricht, dass sie die musikalische Begleitung machen, wenn wir vor Gericht gewonnen haben. Auf der Leinwand prangt eines der ersten Farbfotos überhaupt. 1907 hat der Thuner Fotograf Jean Moeglé mittels Fotoplatten das alte Grimselhospiz und die Alp festgehalten. Jean Moeglé musste schon damals diese Landschaft für besonders fotogen gehalten haben. Die Farbfotografie, wie wir sie kennen, wurde erst Ende 30er-Jahre entwickelt und setzte sich erst Ende 50-er Jahre durch.

Der Jahresbericht des Präsidenten wurde vorgängig im Rundbrief 57 mitsamt der Einladung zur Generalversammlung verschickt. Er ergänzt ihn durch eindrückliche Bilder, die die Schönheit und Schutzwürdigkeit der grossflächigen Grimsellandschaft hervorheben und erzählt von der diesjährigen Aktion der Künstlergruppe l’art pour l’aar, die Pflanzen unterhalb der Stauquote mit roten "verkauft"-Zetteln beschriftet hatten. Interessanterweise verschwanden diese Zettel innerhalb weniger Tage. Doch die Aktion ist dokumentiert und wird mit Applaus gewürdigt. Peter Anderegg zeigt ein von Kaspar Schiltknecht entworfenes Logo "Unruhe/Ruhe bewahren", welches wir als Leitfaden für unseren Widerstand gegen die Staumauererhöhung benützen wollen. Im Moment, vor der Entscheidung der Gerichte, heisst es vorerst einmal "Ruhe bewahren". Geschützt und basta! Das ist unsere Devise. Wir Menschen stellen die Kraft dar, die es ermöglichen wird, dass wir unser Ziel erreichen werden.

Diverses
  • Der Präsi erläutert das Projekt Grimsel 1E, welches eines der ursprünglich sechs Teile von KWO plus darstellt. Da es sich um eine Massnahme handelt, die den Leistungsverlust verringert und da relativ kleine Gebiete, die schon ziemlich zerstört sind, betroffen sind, wird der Grimselverein keine Einsprache erheben. Für den Grimselverein ist klar, dass er sich nicht mit den KWO beschäftigt, sondern mit seinem Kernanliegen, die Sunnig Aar zu schützen.

    Gedanken und Anregungen von Mitgliedern:
    "Ich finde die Einstellung des Grimselvereins richtig, weise aber darauf hin, dass es wichtig wäre publik zu machen, dass die Landschaft Stück für Stück verschlungen wird."
    "Ich empfehle in diesem Zusammenhang eine moderate Stellungnahme des Vereins, die die Optimierung positiv hervorhebt, andererseits aber auch die Schädigungen aufzeigt. Um so mehr sollten wir das Andere (Sunnig Aar, Gletschervorfeld Unteraar) schützen!"
    "Grimsel 1 scheint eine Fehlinvestition gewesen zu sein, die schlussendlich vom Stromkonsumenten bezahlt werden muss".
    "Mittels der Ersatzmassnahmen (seitens der KWO) wird die Zerstörung dem Gefühl nach in etwas Positives umgewandelt. Damit wird aber eigentlich schleichend eine Industrialisierung einer Landschaft betrieben. Die Grimsel steht im Brennpunkt einer landesweiten Bewegung, die als Beispiel für die Entwicklung im Grossen dasteht."
    "Wir sollten auf Nebenschauplätzen nicht aktiv werden. Es wäre aber wichtig, trotzdem auf negative Auswirkungen hinzuweisen."
    "Werden die KWO nicht doch eines Tages einen Zusammenhang zwischen dem Projekt Grimsel 1E mit der Mauererhöhung herstellen (was sie bisher bestritten hat) und uns so vor ein "fait accompli" stellen. Wann wäre der Zeitpunkt, doch Stellung zu beziehen?"

    Der Präsident stellt darauf abschliessend fest, dass der Grosse Rat letztes Jahr die Mauererhöhung beschlossen hat, aber dass die Gerichte in ähnlich gelagerten Fällen zu Gunsten des übergeordneten Moorlandschaftsschutzes, also zu unseren Gunsten entschieden haben. Von daher besteht durchaus Hoffnung.
  • Peter Anderegg berichtet, dass die KWO die bis 2012 vorgeschriebene Gewässersanierung als einziges Unternehmen der Schweiz fristgerecht vorgenommen hat. Dies nicht zuletzt, da sie durch den Kanton, die Fischereiverbände und Umweltverbände (inklusive Grimselverein) unter Druck gesetzt worden war. Urs Eichenberger, der jahrelang in der Begleitgruppe mitgearbeitet hatte, erklärt, dass das Ergebnis - wenn auch ein langwieriges Seilziehen zwischen den unterschiedlichen Akteuren - schlussendlich gut war. Die Mitarbeit habe sich gelohnt. Er und Peter von Arx, der sich im Rahmen der Besichtigungen der Dotierversuche der KWO engagiert hatte, wurden mit einem Applaus bedacht.
  • Nick Röllin hat das Amt der Skitour-Organisation von Thomas Schott übernommen. Die nächste Skitour wird von Freitag 14. bis Sonntag 16. März 2014 stattfinden und durch Bergführer Res Leibundgut begleitet werden. Genaue Angaben über Ziel und Organisation werden im nächsten Rundbrief und auf der Homepage nachzulesen sein.
  • Der Präsi macht darauf aufmerksam, dass die KEV-Zuschüsse für KWKW verringert worden sind, was uns freut.
  • Urs Eichenberger hat in Zürich im Fundbüro eine interessante Metalltafel gefunden, die er dem Grimselverein als Hoffnungsträger schenkt. Sie trägt die Inschrift: "Sollen die letzten Bergbäche verschwinden? Kämpfe mit uns gegen das Kraftwerkprojekt Oberland der BKW!" (Oberländischer Bund für die Erhaltung unserer Gewässer). Ernst Zbären gibt Auskunft, dass es sich hierbei um ein vor fünfzig Jahren im Raum Lauterbrunnen, Kiental, Kandertal und Simmental angesiedeltes Projekt handelte.
  • Emil Feuz erzählt uns einen Vergleich, den er immer wieder anstellt, um Leute zu sensibilisieren: Bereits 95% unserer Gewässer sind genutzt. "Wenn eine Talschaft 20 Bäche in ihrem Einzugsgebiet hat und 19 sind abgestellt, würdet ihr dann den letzten auch noch abstellen wollen?"
  • Ein Mitglied stellt die Frage nach unserer Einstellung zu dem neuen Trift-Projekt. Der Präsi weist darauf hin, dass der Grimselverein in keiner Begleitgruppe mitmacht. Der Vorstand wird sich einer Besichtigung mit den KWO anschliessen, wenn das Projekt konkret vorliegt. Bis dahin will sich der Grimselverein ein fundiertes Wissen erarbeiten:
    1. Als erstes mit Hilfe der dieser Versammlung folgenden Referate über "Gletscherschwund und neue Seen im Hochgebirge" von Herrn Prof. Dr. Wilfried Haeberli, Glaziologe Uni Zürich und "Heutiger Schutz des Alpenraumes: Kraftwerkgelüste kontra Umweltschutz" von Dr. jur. Michael Bütler, Jurist der Rechtsgruppe von Aqua Viva-Rheinaubund.
    2. An unserer Retraite vom 25.04.14 mit dem Thema: "Gletscherrückgang, seine Folgen und wir".
Der Vorstand des Grimselvereins dankt für die Anwesenheit und wünscht allen ein frohes Jahresende.

Altes Grimselhospiz 1907, Foto Jean Moeglé (Quelle: Staatsarchiv Bern)
Altes Grimselhospiz 1907, Foto Jean Moeglé (Quelle: Staatsarchiv Bern)
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(7.1.2014)








Sidelhorn-Feuer des Grimselvereins 2013

Feuer in den Alpen 2013. (Bild: Peter Anderegg)
Protestfeuer Grimselverein 2013 zum Erhalt der Moorlandschaft Grimsel mit seinem charakteristischen Arvenwald (Bild: Peter Anderegg)

Bei Traumwetter und kühlem Nordwind stiegen rund 70 Mitglieder und Freunde des Grimselvereins am Samstag, 10.August, auf das Sidelhorn. Sie entfachten wie jedes Jahr seit 1989 das traditionelle Grimsel-Feuer im Rahmen von "Feuer in den Alpen", als Protestfeuer gegen die Zerstörung des Alpenraumes von Slowenien bis Nizza.

Eine 23-köpfigen Bergsteigergruppe aus Heilbronn (Baden-Würtemberg) hatte sich kurzfristig an das Feuer angemeldet und half beim Holzhinauftragen so aktiv mit, dass der eine oder andere "Grimsler" beim Holztragen leer ausging: dafür bedankten wir uns bei unseren neuen deutschen Freunden mit Chäsbrätel. Leichte Nebelfahnen wanden sich den Gipfel, aber immer wieder zeigte sich die wunderbare Fernsicht. Spannende Gespräche und Alphornklänge begleiteten das Eindunkeln. Im Zentrum der Gedanken spürte man die Hoffnung, dass die unsägliche Mauererhöhung nicht komme, die man bereits nur durch das Abstellen von 4% der Elektroheizungen in der Schweiz vermeiden könnte. Die Festrede hielt Stefan Eggenschwiler zum Umgang mit "Geld und Leben auf Pump". Zufälligerweise passte das Thema gut zur aktuellen Installation "VERKAUFT" der Künstlergruppe l'art pour l'art (aufgestellt bis Oktober im Naturschutzgebiet Grimsel).

Der Grimselverein ist gemeinsam mit den Schweizerischen Umweltorganisationen überzeugt, dass die über 80 Jahre geschützte Moorlandschaft Grimsel und das einmalige Gletschervorfeld Unteraar ungeschmälert weiterbestehen werden (der Fall liegt aktuell vor dem bernischen Verwaltungsgericht)!

Das Feuer war weitherum sichtbar. Der Abstieg erfolgte in der Dunkelheit und Stille der Bergwelt in einer Lichterkette, begleitet von einer dünnen Mondsichel und dem Sternenmeer der Milchstrasse.

Arvenwald 'Sunnig Aar' (Bild: Peter Anderegg) Arvenwald 'Sunnig Aar' mit Blick Richtung Grimsel-Hospitz. Seine bis zu 400 Jahre alten Arven sind unersetzlich. Warum soll dieses geschützte Juwel der Alpen der Profitgier geopfert werden?

(28.8.2013)










Ausflug zum Gletscherwyb 2013

Die Mitglieder des Grimselvereins verbrachten das erste Juliwochenende traditionsgemäss an der "Sunnig Aar" und im Gletschervorfeld Unteraar: Hier brachten sie das "Gletscherwyb" wieder in Stand und schmückten es. Die Natur empfing ihre Gäste in ihrer schönsten Pracht. Einige Teilnehmer stiegen auf zur Lauteraarhütte, wo sie die Gastfreundschaft geniessen konnten und den wunderbaren Sommerabend unter Alphornklängen von Priska Walss, die zuvor am Gletscherwyb aufgetreten war, beschliessen konnten.
Wer beim Ausflug dabei war, konnte spüren, welche Kraft in der Grimsellandschaft steckt: nicht von ungefähr wurde sie bereits in den 30-er Jahren kantonal geschützt, ist ein Juwel des Bundesinventars für besonders schützenswerte Landschaften und steht unter dem verfassungsmässigen Schutz der Moorlandschaften (nach Rothenturm-Artikel). Wir vom Grimselverein hoffen, dass die wegen der erteilten Konzession zur Mauererhöhung nun angerufenen Gerichte (kantonales Verwaltungsgericht und Bundesgericht) wenigsten hier an der Grimsel der immerwährenden menschlichen Gier nach Mehr und Mehr wenigstens Einhalt gebieten! Hildegard von Bingen hat bereits im Frühmittelalter gemeint:
"Gott hat den Menschen gemacht, damit jemand die Schöpfung bewundern kann."

'Arvenwald mit Blick Richtung Grimsel-Hospitz' von Peter Anderegg
Arvenwald mit Blick Richtung Grimsel-Hospitz (Bild: Peter Anderegg)

'Gletscherweib mit neuen Gebetsfahnen' von Peter Anderegg
Gletscherweib mit neuen Gebetsfahnen (Bild: Peter Anderegg)

(16.7.2013)










Erste Stellungnahme zum KWO-Projekt Trift

Der Grimselverein setzt ein für die ungeschmälerte Erhaltung des Naturschutzgebietes "Sunnig Aar", welches ein Juwel des Bundesinventars für besonders schützenswerte Landschaften ist und unter dem verfassungsmässigen Schutz der Moorlandschaften (nach Rothenturm-Artikel) steht.

Zum angedachten neuen KWO-Projekt Trift nimmt der Vorstand Grimselverein erstmals Stellung:

Stellungnahme Vorstand Grimselverein zum neuen KWO-Projekt Trift
  1. Der Grimselverein ist gerne bereit, sich von den KWO das Projekt Trift im Gelände erklären zu lassen, sobald die Detailpläne vorliegen - wie bei den bisherigen Projekten.
  2. Der Grimselverein ist grundsätzlich erstaunt und überrascht, dass die Folgen der Erderwärmung als gegeben hingenommen werden. Soll das KWO-Projekt Trift Erfolg haben, müsste die Erderwärmung in der aktuell prognostizierten Art und Weise weitergehen: Abschmelzen der Gletscher im nächsten Jahrhundert, Entstehung von riesigen Gletscherseen. Daher die Frage: Was ist, wenn die Klima-Entwicklung anders abläuft, z.B. der Golfstrom versiegt mit einer Abkühlung in unseren Breitengraden?
  3. Der Grimselverein wird sich anlässlich der kommenden Jahresversammlung mit der Thematik der Nutzung neuer Gletscherseen auseinandersetzen. Weiter wird der Verein der Frage nachgehen, inwiefern heute unberührte Landschaften "per se" geschützt sind und ab wann und unter welchen Umständen Gletschervorfelder "schutzwürdig" werden.
  4. Laut der beschlossenen kantonale Wassernutzungsstrategie beträgt das Ausbauziel aus Wasserkraft für den Kanton Bern 300GWh. Wenn das Projekt Trift alleine schon 250GWh dazu beiträgt, wäre zusammen mit den bereits beschlossenen rund 100GWh aus Kleinwasserkraft das Ausbauziel bereits übertroffen. Der Grimselverein erklärt sich solidarisch mit den Umweltverbänden, was die politische Umsetzung der Energiepolitik anbelangt: Der Kanton Bern dürfte dann nämlich keine weiteren Konzessionen vergeben für weitere Wasserkraft-Projekte (wie z.B. für Schattenhalb 4). Nur so kann das unverzichtbare Kapital unseres Tourismus, die einmaligen Flusslandschaften und Wasserfälle erhalten bleiben.
(16.7.2013)










Logo Umweltverbände

Beschwerde gegen Staumauer-Erhöhung eingereicht

Der Grimselverein und die Umweltverbände haben am 25.03.13 Beschwerde gegen die Konzession des Berner Grossen Rates für eine Erhöhung der Grimselsee-Staumauer eingereicht. Die Konzession ist nicht verträglich mit dem verfassungsmässigen Schutz von wertvollen Moorlandschaften, der seit der Annahme der Rothenthurm-Initiative 1987 gilt. Der Grimsel-Fall ist ein Präzedenzfall für den Erhalt der besonderen und unersetzlichen Naturräume. Käme die höhere Staumauer an der Grimsel, könnten auch in der übrigen Schweiz nach und nach Moore und Moorlandschaften verkleinert werden oder verschwinden.

Der Grimselverein und die Umweltverbände sind überzeugt, dass eine höhere Grimsel-Staumauer den verfassungsmässigen und gesetzlichen Schutz wertvoller Moorlandschaften verletzt. Deswegen haben sie beim Berner Verwaltungsgericht Beschwerde gegen die Konzessionserteilung für die Erhöhung der Grimselsee-Staumauer eingereicht. In der Schweiz sind die ökologisch und landschaftlich besonders wertvollen Moore und Moorlandschaften durch Volksentscheid und Verfassung geschützt. Dies mit gutem Grund, existieren nur mehr Reste der ursprünglich vorhandenen Schweizer Moore und Moorlandschaften. Würde mit der Erhöhung der Staumauer die Zerstörung einer Moorlandschaft toleriert, könnte das den Moorschutz auch in der übrigen Schweiz aushebeln. Nach und nach würden durch einschneidende Projekte Schweiz weit einmalige Moore und Moorlandschaften zerschnitten, geflutet, überbaut oder trocken gelegt.

Erst im vergangenen Herbst hat das Bundesgericht im Fall der Zürcher Oberlandautobahn den Moorschutz klar gestützt. Ähnlich wie an der Grimsel wurde dort eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung auf dem Papier willkürlich verkleinert, um ein Infrastruktur-Projekt zu ermöglichen.

Die Erhöhung der Grimsel-Staumauer ist eines von drei Teilprojekten des Ausbau-Programmes KWOplus. Gegen die zwei anderen Projekte (Pumpspeicherwerk Grimsel 3 - sistiert - und Verstärkung der Kraftswerkskette im Aaretal - in Ausführung -) hatten die Umweltverbände keine Rechtsmittel ergriffen. Ein Begleitprozess führte in diesen beiden Projekten zu nötigen ökologischen Anpassungen; nicht aber im Fall der in den Augen der Umweltverbände verfassungswidrigen Staumauer-Erhöhung.

(1.4.2013)










Vernehmlassung zur Energiestrategie 2050

Der Grimselverein hat sich an der Vernehmlassung zur Energiestrategie 2050 beteiligt. Die Eingabe des Grimselvereins kann hier eingesehen werden..
(24.2.2013)






Resolution: Wasserkraft jenseits von Sachzwängen


In der Überzeugung, dass Wasser nicht nur ein Geld wertes Produktionsmittel ist, sondern die Grundlage allen Lebens, der Lebensraum eines grossen Teils unserer Pflanzen und Tiere und Erholungsraum für die Menschen, setzen wir uns ein für lebendige Gewässer.

Wir unterstützen einen Umbau der Energieversorgung, der sich an nachhaltiger Entwicklung orientiert, umweltverträglich und wirtschaftlich gestaltet wird. Deshalb begrüssen wir im Grundsatz die Energiestrategie des Bundes, die diese Ziele in erster Linie mit mehr Energie-Effizienz und in zweiter Linie mit erneuerbarer Energie erreichen will.

Wir protestieren dagegen, dass ökologisch und touristisch wertvollste Fliessgewässer mittels KEV, der kostendeckenden Einspeisevergütung für erneuerbare Energien auch für kleine und kleinste Wasserkraftwerke, unwiederbringlich zerstört werden - und dies, obwohl ein Überangebot an Sommerstrom besteht. Anstelle einer KEV, die als Geldmaschine wenigen Nutzniessern jahrzehntelang überdurchschnittliche Kapitalrendite garantiert, fordern wir eine KEV, die erneuerbare, umweltfreundliche Energien fördert. Wasserkraft darf nicht mehr gefördert werden, da die Möglichkeiten, Wasserkraft umweltverträglich zu produzieren, ausgeschöpft sind. Die andern erneuerbaren Energien sind nach ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien zu beurteilen.

Weiter lehnen wir Pumpspeicherwerke und zusätzliche grosse Speicher ab: eine Technologie, die als profitable Ergänzung grosser AKWs und Kohlekraftwerke entstanden ist und hohe Pumpverluste an Strom inkauf nimmt, behindert den Übergang zu einer umweltverträglichen, dezentralen Energieversorgung.

Wir werden uns mit einer entsprechenden Eingabe beteiligen an der Vernehmlassung zur Energiestrategie des Bundes.

Rosenlaui, 18. November 2012
Grimselverein und Verein schattenhalb4










Logo Umweltverbände

Grimsel-Konzession setzt ein falsches Signal

Umweltverbände kritisieren den Berner Grossen Rat

Mit der Erteilung der Konzession für eine höhere Grimselsee-Staumauer am 5. September 2012 foutiert sich der Berner Grosse Rat um die wertvollen Moorlandschaften in der Schweiz, die dank der Rothenthurm-Initiative seit 1987 in der ganzen Schweiz geschützt sind. Und dies für ein Stausee-Projekt, das keinen zusätzlichen Strom produziert. Die Umweltverbände kritisieren den Konzessionsentscheid, der inmitten der Energiedebatte ein falsches Signal setze.

Der Berner Grosse Rat hat die Konzession für eine Staumauer-Erhöhung am Grimselsee heute erteilt. Er wies damit gleichzeitig die Einsprache der Umweltverbände Pro Natura, WWF Schweiz, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Schweizerische Greina-Stiftung, Aqua Viva, Rheinaubund, Schweizerische Energie-Stiftung, Greenpeace und Grimselverein gegen das umstrittene Projekt ab. "Die Mehrheit des Berner Grossen Rates ist taub für den Schutz der wertvollsten Landschaften. Das ist enttäuschend und bedauerlich", sagt Peter Anderegg, Präsident des Grimselvereins. Für Otto Sieber von Pro Natura ist denn auch klar: "Die geplante höhere Grimselmauer setzt für den Natur- und Landschaftsschutz in der Schweiz ein fatales Signal. Die Staumauererhöhung ist juristisch so fragwürdig, dass wir gezwungen sind, den Konzessionsentscheid gerichtlich überprüfen zu lassen." Erst kürzlich hat das Bundesgericht im Fall der Zürcher Oberlandautobahn den Moorschutz klar gestützt. Dieser Entscheid von höchster Instanz scheint in Bern ungehört verhallt zu sein. Sieber unterstreicht zudem: "Es geht im Fall Grimsel um mehr als die Moorlandschaft im Grimsel-Gebiet. Kann die umstrittene Mauer-Erhöhung gebaut werden, drohen schweizweit die letzten Moore und Moorlandschaften durch Skilift-, Strassen- oder Wasserkraftprojekte gefährdet zu werden."

Energiewende ist nicht gefährdet
Die Energiewende braucht keinen grösseren Grimselsee. Mit der rechtlich fragwürdigen Staumauer-Erhöhung würde künftig kein zusätzlicher Strom produziert. Die angestrebte Verlagerung der Produktion vom Sommer in den Winter beträfe nur einen kleinen Bruchteil des Jahresstromverbrauchs der Schweiz. Entscheidender für die Energiewende sind konsequente Effizienzmassnahmen wie beispielweise der Ersatz von Elektrospeicherheizungen, wie es das neue Berner Energiegesetz schon vorsieht. "Allein mit dem Ersatz von nur vier Prozent der Elektroheizungen in der Schweiz kann die gesamte Menge Energie eingespart werden, die mit der Staumauer-Erhöhung vom Sommer in den Winter umgelagert werden soll", gibt Jörg Rüetschi, Geschäftsführer WWF Bern, zu bedenken. Die Umweltverbände setzen auf eine Energiewende hin zu einer ökologisch verträglichen Energieproduktion, die Rücksicht nimmt auf die Natur.

(10.9.2012)










Beitrag zur Mauererhöhung in Pro Natura Magazin 4/2012

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Pro Natura Magazin 4/2012



(6.8.2012)










Auswirkung der von den Kraftwerken Oberhasli KWO geplanten Mauererhöhung um 23 Meter auf das Moorschutzgebiet "Moorlandschaft Grimsel"

Beeinträchtigt und teilweise überstaut würden durch das Projekt nebst dem wunderschönen Gletschervorfeld Unteraar eine seit den 30er-Jahren unter Schutz stehende Moorlandschaft, in der es verboten ist, Feuer zu entfachen, Zelte aufzuschlagen, Blumen zu pflücken oder Schafe weiden zu lassen.

Grösse der bedrohten Moorlandschaft Grimsel

Das Durchwandern der geschützten Landschaft Sunnig Aar, zusammen mit dem zugleich bedrohten Gletschervorfeld Lauteraar, nimmt mehrere Stunden in Anspruch.

Energiewende

Dem an der Grimsel überhaupt realisierbaren Teil der Energiewende wurde bereits zugestimmt: Das Pumpspeicherprojekt Grimsel 3 zwischen Räterichsboden- und Oberaarsee wird umgesetzt und zwar mit der Zustimmung der Umweltverbände inklusive Grimselverein.

Für die Energieversorgung kein Projekt von nationaler Bedeutung

Die Produktionsleistung der Kraftwerke Oberhasli (KWO) mit oder ohne Mauererhöhung bleibt praktisch gleich, da sie von den Produktionsanlagen und nicht von der Speichergrösse abhängt. Es wird einzig und allein ein unbedeutender Teil (bloss ca. 0.4%) der schweizerischen Stromproduktion vom Sommer in den Winter verlagert, was 4 - 5% des Stromverbrauchs aller Elektroheizungen in der Schweiz entspricht; dies lediglich der Rendite willen. Neue Arbeitsplätze entstehen keine. Auch gemäss Faktenblatt 2 der aktuellen Energiestrategie 2050 des Bundesrates (vom 18.4.2012) ist der Ausstieg aus der Atomenergie problemlos möglich, ohne dass ein einziges geschütztes Gebiet der Schweiz zerstört werden muss!

Naturschutzgebiet Tafel 1934

Moorschutz an der Grimsel

Seit im Anschluss an die Rothenthurm-Abstimmung die Sunnig Aar an der Grimsel als Moorlandschaft von nationaler Bedeutung ausgewiesen ist, versuchen die Kraftwerke Oberhasli KWO mit allen Mitteln, die rechtmässige Umsetzung des Verfassungsartikels zu verhindern:
  • Zuerst haben die KWO mittels Parteigutachten zu belegen versucht, dass die Fachleute sich irren und die Sunnig Aar gar keine Moorlandschaft ist. Erfolglos.
  • Dann haben die KWO zu erwirken versucht, dass - trotz eindeutiger Rechtslage zugunsten des Schutzes - eine Interessenabwägung möglich sein müsste. Erfolglos.
  • Dann ist der Bundesrat 2004 zu Hilfe geeilt und hat die Moorlandschaft im Interesse der KWO so verkleinert, dass der See vergrössert werden könnte. Auch dieses neueste Manöver dürfte kaum erfolgreich sein: In Wetzikon ist eine analoge Verkleinerung der Moorlandschaft, zugunsten des Baus einer Autobahn, nicht rechtens, wie das Bundesgericht kürzlich geurteilt hat.

Vielleicht können die Kraftwerke Oberhasli KWO mit Geld die Meinung von Öffentlichkeit und Politik kaufen, aber für den Grimselverein gibt es keinen Verhandlungsspielraum

  • Jahrelang haben die KWO versucht, den einmaligen Wert der Moorlandschaft zu bestreiten, die Bedeutung des Arvenwalds kleinzureden, die Schönheit des Gletschervorfelds totzuschweigen. Und das haben die Kraftwerke sich auch etwas kosten lassen.
  • In der Öffentlichkeit wird der Irrtum genährt, dass über eine einmalige, mehrfach geschützte Moorlandschaft verhandelt werden könne.
  • Die Urteile des Bundesgerichts zur Insel Ufenau im Zürichsee und zur Oberlandautobahn bei Wetzikon ZH geben Grund zur Hoffnung, dass auch an der Grimsel geltendes Recht umgesetzt wird und die Sunnig Aar, dieses landschaftliche Kleinod, sowie das Gletschervorfeld an der Unteraar ungeschmälert erhalten bleiben.

Naturschutzgebiet Tafel 1958

Die Erfolgschancen für die Maurerhöhung streben gegen Null

Die Erfolgschancen zur Realisierung der von den Kraftwerken Oberhasli KWO geplanten Mauererhöhung um 23 Meter im Moorschutzgebiet "Moorlandschaft Grimsel" sinken nach den Bundesgerichtsentscheiden Ufenau Zürichsee und Oberlandautobahn Wetzikon ZH unseres Erachtens gegen Null.

(12.7.2012)










Moorschutzentscheid des Bundesgerichts zur Oberlandautobahn bei Wetzikon ZH

Hält der Berner Regierungsrat an seiner Empfehlung Mauererhöhung Grimsel vom 7. Juni fest, nachdem er die Auswirkungen des Moorschutzentscheids des Bundesgerichts zur Oberlandautobahn bei Wetzikon ZH (Bundesgericht lehnt willkürliche Perimeterverlegung bei Moorlandschaften ab) analysiert hat?

Bei Wetzikon ZH befindet sich eine Moorlandschaft. Der Bundesrat verkleinerte deren Moorschutz-Perimeter, um den Bau einer Autobahn zu erleichtern. Das Bundesgericht hat nun festgestellt, dass der Bundesrat bei diesem Entscheid seine Kompetenzen überschritten hat: Für Moorlandschaften gilt der ursprünglich vorgesehene Perimeter. An der Grimsel hat der Bundesrat in der gleichen Sitzung vom 25.02.2004, wo der Perimeter Wetzikon verkleinert wurde, die Grenze der Schutzzone der Moorlandschaft Grimsel um 27 Meter angehoben, um eine geplante Mauererhöhung des Grimselsees von 23 Meter zu ermöglichen - analog dem nun vom Bundesgericht beurteilten Fall. Zudem stellt das Bundesgericht fest, dass bei Moorschutzlandschaften kein absolutes, aber ein praktisches
Moorlandschaft Grimsel (Sunnig Aar), Bild: Jan RyserMoorlandschaft Grimsel (Sunnig Aar)
Bild: Jan Ryser
Bauverbot bestehe. Ausnahmen sind höchstens möglich, soweit sie dem Schutzziel dienen: der landwirtschaftlichen Nutzung, dem Unterhalt und der Erneuerung rechtmässig erstellter Bauten oder dem Schutz der Menschen vor Naturereignissen. Widerspreche hingegen ein Vorhaben den Schutzzielen, sei es unzulässig, "unabhängig vom Gewicht der übrigen auf dem Spiele stehenden Interessen". Wie bereits im Moorschutzentscheid Insel Ufenau Zürichsee vom 5.1.2012 - wo der Abt von Einsiedeln in der Moorlandschaft ein Restaurantprojekt realisieren wollte - wird festgehalten, dass keine Güterabwägung möglich ist. Somit sinken die Erfolgschancen zur Realisierung der von den Kraftwerken Oberhasli geplanten Mauererhöhung um 23 Meter im Moorschutzgebiet Grimsel gegen Null. Beeinträchtigt und teilweise überstaut würde durch das Projekt eine seit den 30er- Jahren unter Naturschutz stehenden Landschaft, in der es verboten ist, Feuer zu entfachen, Zelte aufzuschlagen, Blumen zu pflücken oder Schafe weiden zu lassen. Zur Grösse: Das Durchwandern der geschützten Landschaft Sunnig Aar zusammen mit dem zugleich bedrohten Gletschervorfeld Lauteraar nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Da die Kraftwerke Oberhasli KWO an ihrem Projekt Mauererhöhung Grimsel festhalten wollen, hofft der Grimselverein darauf, dass der Berner Regierungsrat seinen Konzessionsantrag überdenkt und nötigenfalls zurückzieht, oder dass der Berner Grossrat das Geschäft im September zurückweist.
(1.07.2012)










"Nachgefragt" von Jungfrauzeitung am 12.06.2012

Sunnig Aar. Bild: Werner Schild

Jungfrauzeitung: Gemäss der KWO dient die Mauererhöhung auch zur Speicherung von alternativer Energie aus Wind und Sonne, die unregelmässig produziert wird. Ist es nicht auch im Interesse der Umweltverbände, dass diese sauberen Energieformen gefördert werden?

Peter Anderegg: Die Pumpspeicherung, die für alternative Energien wichtig ist, geschieht im bereits bewilligten Projekt Grimsel 3 zwischen dem Räterichsboden- und Oberaarsee und tangiert den Grimselsee nicht. Deshalb erhob der Grimselverein auch keine Einsprache gegen Grimsel 3. Die Mauererhöhung am Grimselsee hat nichts mit der Energiewende zu tun, sondern erfolgt nur der Rendite willen. Gemäss Faktenblatt zur Energiestrategie 2050 des Bundesrates vom 18. April ist der Ausstieg aus der Atomenergie problemlos möglich, ohne dass ein einziges geschütztes Gebiet der Schweiz zerstört werden muss, also klar ohne die Mauererhöhung Grimsel. Und auch die Liste des Bundesrates zu denkbaren Stauprojekten im Zusammenhang mit dem Atomausstieg enthält die Grimsel-Mauererhöhung nicht.

Jungfrauzeitung: Wird der Grimselverein die Mauererhöhung rechtlich weiter bekämpfen?

Peter Anderegg: Sollte der Grosse Rat in der September-Session der KWO die Konzession erteilen, werden wir den Entscheid vor Gericht anfechten. Der Moorschutz gemäss unserer Bundesverfassung lässt die Mauererhöhung rechtlich nicht zu. Ausserdem steht die Grimselregion als Teil der Berner Hochalpen im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Auch dieser Schutz genügt, das Grimselgebiet ungeschmälert zu erhalten.

Jungfrauzeitung: Mit der Revision der Moorlandschaftsverordnung 2004 hat der Bundesrat die Grenze der Schutzzone um 27 Meter angehoben, um die Mauererhöhung von 23 Meter zu ermöglichen. Hat der Grimselverein da überhaupt eine rechtliche Handhabe?

Peter Anderegg: Der Schutz gilt für die Moorlandschaft als Ganzes. Der Bundesrat hat hier eine Art "Lex KWO" geschaffen, um eine eventuelle Erhöhung zu ermöglichen - das ist nach unserer Ansicht verfassungswidrig. Wenn wir uns nicht gegen die Mauererhöhung wehren, steht der Moorschutz in der ganzen Schweiz auf dem Spiel. Die gesetzlichen Moorschutzperimeter sehen nämlich den heutigen Seespiegel als natürliche Grenzen vor und können nicht einfach nach Belieben geändert werden. Ich bin überzeugt, dass wir den Rechtsstreit gewinnen werden, hoffe aber, dass die KWO freiwillig auf die Mauererhöhung verzichten.

(12.06.2012)










Entscheid Berner Regierungsrat zur Mauererhöhung Grimsel vom 7.6.2012

Der Berner Regierungsrat hat entschieden, die Grimselmauer um 23 Meter zu erhöhen.

Bei einer Mauererhöhung ginge eine der bestgeschützten Landschaften der Schweiz für immer unter. Das Grimselgebiet steht seit 1934 unter kantonalem Schutz und blieb die letzten 80 Jahre unberührt. Die Grimsellandschaft ist Teil des Bundesinventars der Naturdenkmäler und Landschaften von nationaler Bedeutung BLN und steht als bedeutende Moorlandschaft sogar unter dem Schutz unserer Bundesverfassung, auch wenn der Bundesrat (2004) willkürlich den Moorschutzperimeter 27 Meter über dem Seespiegel als natürliche Grenze festgelegt hat. Aufgrund dieses Schutzes kann - entgegen anderer Behauptungen - bezüglich der zukünftigen Nutzung der Landschaft keine Interessenabwägung erfolgen.

Was bringt das neue Stauvolumen durch die Mauererhöhung?

Die Produktionsleistung der Kraftwerke Oberhasli (KWO) mit oder ohne Mauererhöhung bleibt praktisch gleich, da sie von den Produktionsanlagen und nicht von der Speichergrösse abhängt. Es wird einzig und allein ein unbedeutender Teil (bloss ca. 0.4%) der schweizerischen Stromproduktion vom Sommer in den Winter verlagert, was 4 - 5% des Stromverbrauchs aller Elektroheizungen in der Schweiz entspricht; dies lediglich der Rendite willen. Neue Arbeitsplätze entstehen keine. Auch gemäss Faktenblatt 2 der aktuellen Energiestrategie 2050 des Bundesrates (vom 18.4.2012) ist der Ausstieg aus der Atomenergie problemlos möglich, ohne dass ein einziges geschütztes Gebiet der Schweiz zerstört werden muss, also klar ohne die Mauererhöhung Grimsel!

Wir werden uns weiterhin für die Erhaltung des einmaligen Grimselgebietes einsetzen.
(07.06.2012)










'Flachmoor Grimsel' von Christoph Hurni
Flachmoor Grimsel (Bild: Christoph Hurni)

Aktueller Stand Grimselmauer-Erhöhung/Seenvergrösserung (12.04.2012)

Zur Geschichte: Eine Mauererhöhung im Moorschutzgebiet Grimsel ist seit 1987 ein Thema. Seit 25 Jahren engagiert sich der Grimselverein, Meiringen (mit seinen rund 1'800 Mitgliedern), den seit 1934 bestehenden Naturschutz für dieses Gebiet zu bewahren.

Zum Moorschutz:

Im Jahr 2000 nimmt der Bundesrat wurde die Sunnig Aar (Grimsel) nur provisorisch im CH-Moorschutzinventar auf, was aber bereits faktisch den Schutz bedeutet.

Der Bundesrat behandelt dieses Geschäft im 2004 noch ein zweites Mal:
Die Grimsel wird definitiv ins CH-Moorschutzinventar aufgenommen, aber der untere Perimeter auf 27 Meter über dem Seespiegel festgelegt (die Kraftwerke Oberhasli KWO hatten 23 Meter beansprucht...).

Aufgrund dieser Tatsache beantragen die KWO die Baubewilligung (in der Annahme, dies sei im Rahmen ihrer Konzession möglich), welche sie 2007 erhalten.

Diese Baubewilligung wird durch Fürsprech Tobias Winzeler im Namen von Aqua Viva (als Vertreterin der Umweltverbände) und des Grimselvereins bekämpft vor dem Verwaltungsgericht BE.

Das Verwaltungsgericht BE geht dabei leider nicht auf die Moorschutzfrage ein, lehnt aber immerhin die Baubewilligung wegen Verfahrensmängeln (Notwendigkeit einer Neu- konzessionierung) im März 2008 ab.

Die KWO ziehen den Fall vor Bundesgericht, welches das Urteil des Verwaltungsgerichtes im März 2009 bestätigt.

Nun ersucht die KWO um eine Neukonzessionierung für die Mauererhöhung, gestützt auf diese Entscheide. Der Grimselverein, Aqua Viva, und die Umweltverbände haben dagegen gemeinsam eingesprochen.

Der Bernische Grosse Rat wird dieses Geschäft vermutlich im September 2012 behandeln.

Zusammenfassung: Die Grimsel (Sunnig Aar) bildet Bestandteil des CH-Moorschutz- Inventars. Bei Schutz-Objekten des CH-Moorschutzinventars ist keine Güterabwägung möglich. Zudem ist die Grimsel Bestandteil des BLN (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung), und dadurch unabhängig des veränderten Moorschutz- Perimeters ab Seespiegel geschützt.
(21.04.2012)










AKW Mühleberg und Erhöhung Grimselmauer: Beide sind unnötig!


Beides war vielen schon lange klar: Das AKW Mühleberg ist nicht sicher, und eine Erhöhung der Grimselmauer braucht es nicht, um den Strom aus Mühleberg zu ersetzen. Gemäss (offiziell noch nicht publizierten) Studien des Bundesamtes für Energiewirtschaft ist der Ausstieg aus der Atomenergie problemlos möglich, ohne dass ein einziges geschütztes Gebiet der Schweiz zerstört werden müsste. Wie der Weiterbetrieb des AKW Mühleberg lässt sich auch die Mauererhöhung des Grimselsees um 23 Meter weder energiepolitisch noch rechtlich begründen und durchsetzen.

Ich freue mich auf eine Energiezukunft mit effizient und verantwortungsvoll produzierter und gleichzeitig sorgsam verwendeter Energie. Zu den Grimsel-Ausbauvorlagen, über welche das Stadtberner Stimmvolk am 11. März an der Urne befindet, haben der Grimselverein und die Umweltverbände ja gesagt, weil dieser Ausbau als Beitrag zur Effizienzsteigerung begrüsst wird.
Eine neue Riesenmauer würde dagegen keine einzige zusätzliche Kilowattstunde Strom liefern. Dafür bringt das Durchwandern der "Sunnig Aar" mit dem Gletschervorfeld Lauteraar ungezählte, unvergessliche Sonnenstunden. Die seit 80 Jahren unter Naturschutz stehende, ausgedehnte und einzigartige Moorlandschaft, in der es verboten ist, Feuer zu entfachen, Zelte aufzuschlagen, Blumen zu pflücken oder Schafe weiden zu lassen, wird überleben.
(19.03.2012)

'Sunnig Aar' von Katharina von Steiger
Sunnig Aar (Bild: Katharina von Steiger)










Ziehen die Kraftwerke Oberhasli ihr Projekt Mauererhöhung Grimsel zurück nach dem Moorschutzentscheid des Bundesgerichts zur Insel Ufenau im Zürichsee?


Das Kloster Einsiedeln hatte vor zweieinhalb Jahren vier Baugesuche für Änderungsvorhaben in der Moorlandschaft auf der Insel Ufenau im Zürichsee eingereicht: Kernstück sollte der Neubau eines Sommerrestaurants vom Star-Architekten Peter Zumtor bilden. Die vom Kanton Schwyz erteilte Baubewilligung wurde von Aqua Viva angefochten. Das Bundesgericht hat nun Aqua Viva Recht gegeben und die Baubewilligung für das Restaurant aufgehoben. Laut Urteil zählt die Insel Ufenau zu den Moorlandschaften von besonderer Schönheit und gesamtschweizerischer Bedeutung. Dieser Bundesgerichtsentscheid stützt also die Argumentation, dass bei Moorschutzgebieten keine Güterabwägung möglich ist. Somit sinken die Erfolgschancen zur Realisierung der von den Kraftwerken Oberhasli geplanten Mauererhöhung um 23 Meter im Moorschutzgebiet Grimsel. Beeinträchtigt und teilweise überstaut würde durch das Projekt eine seit den 30er- Jahren unter Naturschutz stehende Landschaft, in der es verboten ist, Feuer zu entfachen, Zelte aufzuschlagen, Blumen zu pflücken oder Schafe weiden zu lassen. Zur Grösse: Das Durchwandern der geschützten Landschaft Sunnig Aar zusammen mit dem zugleich bedrohten Gletschervorfeld Lauteraar nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Es ist zu hoffen, dass die Kraftwerke nun ihr Projekt Mauererhöhung Grimsel überdenken und bald zurückziehen.
(06.01.2012)

Durch Überstauung bedrohtes Gletschervorfeld Lauteraar
Durch Überstauung bedrohtes Gletschervorfeld Lauteraar (Bild: Katharina von Steiger)










Atomausstieg ohne Grimsel-Mauererhöhung möglich


Nach den neusten ("provisorischen, aber genügend erhärteten") Studien des Bundesamtes für Energiewirtschaft BFE ist der Atomausstieg möglich, ohne ein einziges geschütztes Gebiet in der Schweiz zu zerstören. Damit ist die Mauererhöhung des Grimselsees um 23 Meter politisch nicht mehr begründbar. Die seit den 30er-Jahren unter Naturschutz stehende Landschaft "Sunnig Aar", in der es verboten ist, Feuer zu entfachen, Zelte aufzuschlagen, Blumen zu pflücken oder Schafe weiden zu lassen, wird überleben.

Zur Grösse: Das Durchwandern der geschützten Landschaft Sunnig Aar zusammen mit dem Gletschervorfeld Lauteraar nimmt mehrere Stunden in Anspruch.
(27.12.2011)










Präsidium Grimselverein von Urs Eichenberger an Peter Anderegg

Peter+Urs
Peter Anderegg (l), Urs Eichenberger (r)

Urs Eichenberger stand dem Grimselverein seit 2003 vor. In seiner Präsidialzeit wurde vorerst die Baubewilligung für die Staumauererhöhung erteilt, dann durch das bernische Verwaltungsgericht und vom Bundesgericht aufgehoben. Urs Eichenberger arbeitete mit im Ausschuss der Begleitgruppe Gewässerschutz: Dank positivem Ergebnis verzichtete der Grimselverein auf eine Einsprache gegen die Konzessionserweiterungen Tandem (Leistungssteigerung Handegg-Innertkirchen) und Grimsel 3 (Pumpspeicherung Räthrichsbodensee-Oberaarsee). Für den Grimselverein und die Umweltverbände ist und war es klar - auch immer kommuniziert - dass sie gegen die Neukonzessionierung der Mauererhöhung um 23 Meter einsprechen, wie im Frühjahr erfolgt: Es würde eine Landschaft beeinträchtig und teilweise überstaut, die seit den 30er- Jahren unter Naturschutz steht, in der es verboten ist, Feuer zu entfachen, Zelte aufzuschlagen, Blumen zu pflücken oder Schafe weiden zu lassen. Die betroffene Gegend "Sunnig Aar" steht unter dem verfassungsmässig garantierten Moorschutz und der Moorschutz lässt keine Interessenabwägung zu. Damit ist die geplante Mauererhöhung an der Grimsel rechtswidrig und unmöglich. Anlässlich der Jahresversammlung wählten die Mitglieder des Grimselvereins Peter Anderegg (dipl. Wirtschaftsprüfer, Software-Entwickler und Arbeitgeber in Meiringen) zum Präsidenten. Er setzt sich ein für den Tourismus (Ehrung dafür mit goldenem Schlüssel von Interlaken) und die Anliegen der Wirtschaft, und glaubt an das einmalige Landschaftspotential im Haslital und im Berner Oberland. Er wehrt sich deshalb gegen die Bedrohung des Alpenraumes durch die Profitgier Einzelner, dies als langjähriger Organisator von Feuer in den Alpen, Vorstand Aqua Viva, Stiftungsrat Greenpeace. Als neuer Präsident Grimselverein erwartet er von Politik und Wirtschaft, den beschlossenen Atomausstieg seriös umzusetzen. Das braucht eine gezielte Vorbereitung und Planung. Die Mitglieder des Grimselvereins sind überzeugt, dass sich bei einem seriösen Vorgehen von alleine zeigt, dass nie ein Bedarf entsteht, geschützte Gebiete wie an der Grimsel mutwillig zu zerstören.

Fragen an:
Peter Anderegg, dipl. Wirtschaftsprüfer und Präsident Grimselverein
Tel: 079 787 44 44
(26.11.2011)








l'art pour l'aar: Neue Arbeit "Hingucker"


Die Gruppe l'art pour l'aar ist in den 1990er Jahren bekannt geworden mit Kunst in der Landschaft gegen das geplante Grosskraftwerk Grimsel West. Heute tritt sie an verschiedenen Orten mit künstlerischen Aktionen ein für eine nachhaltige Nutzung des Alpenraums.
Die neue Arbeit "Hingucker" kann auf der Homepage von l'art pour l'aar betrachtet werden.
(4.9.2011)








Abschied von Alexander Schläppi

In der Lektüre des Aprilheftes von Natur und Mensch, das an alle Vereinsmitglieder versandt wurde, haben langjährige Vereinsmitglieder berichtet, wieso sie sich für den uneingeschränkten Erhalt dieser einmaligen Grimsellandschaft einsetzen. Man hat richtig gespürt, dass diese Mitstreiter die Energie aufbringen, noch weitere 25 Jahre für Sunnig Aar, Moorlandschaft und Gletschervorfeld zu kämpfen. So ein Kämpfer war auch Alexander Schläppi. Er ist im Dezember 2010 im Alter von 93 Jahren gestorben. Xöidi, wie man ihn liebevoll nannte, war gewähltes Vorstandsmitglied. Ein letztes Mal hat er im Dez. 08 an einer Vorstandssitzung teilgenommen. Er hat uns dabei ein weiteres Mal mit klaren einfachen Worten mitgeteilt, dass die Mauererhöhung nicht zustande kommt. Wir waren immer angetan von seiner Schlauheit und seinen wohlüberlegten dosierten und treffsicheren Worten. Seine Sicht überzeugte immer wieder. Für ihn war klar, dass die Grimsel in der jetzigen Form ausgebaut ist, und keine weitere Beeinträchtigung verträgt. Bis weit in seine 80er Jahre hat er uns die Holzburdeli für das Siedelhornfeuer angefertigt und jeweils regelmässig seinen Teil hinaufgetragen.

Wer Xöidi nicht mehr erleben durfte: Xöidi kann im Film von Peter Liechti, "Grimsel - Ein Augenschein" (1990) noch einmal begegnet werden.











l' art pour l' aar

Auf der Seite mit den Links haben wir einen neuen Link eingetragen, der auf die Homepage der Künstlergruppe l' art pour l' aar verweist. l'art pour l'aar tritt mit künstlerischen Aktionen ein für eine nachhaltige Nutzung des Alpenraums. Ein Abstecher auf diese Seite ist sehr zu empfehlen!
27.12.2009








BESCHWERDE DER KWO ABGEWIESEN



Der Grimselverein kann eine höchst erfreuliche Mitteilung machen. Das Bundesgericht hat die Beschwerde der KWO abgewiesen. Das Urteil des Berner Verwaltungerichtes wird somit bestätigt. Die Kraftwerke Oberhasli müssen ein Konzessionsverfahren durchlaufen, um eine Baubewilligung für eine Mauererhöhung zu erhalten. Der Grimselverein ist sehr zufrieden mit dem Entscheid des Bundesgerichts und sieht seine Bestrebungen im Erhalt der wunderbaren Grimsellandschaft bestätigt. Weitere Informationen folgen nach dem Erhalt der schriftlichen Urteilsbegründung.

Vorstand Grimselverein
(5.3.2009)








Baubewilligung für Mauererhöhung ist nichtig

Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hat entschieden. Der Gesamtbauentscheid zur Erhöhung der Staumauer des Grimselsees wurde von Amtes wegen aufgehoben.

Das Verwaltungsgericht hat festgehalten, dass der Gesamtbauentscheid im falschen Verfahren und durch eine unzuständige Behörde erteilt worden sei. Nötig sei ein Konzessionsverfahren, Bewilligungsbehörde sei der Grosse Rat. Das Projekt gehe wesentlich über die bestehenden Nutzungsrechte gemäss Gesamtkonzession hinaus.

Die KWO können gegen den Entscheid beim Bundesgericht rekurrieren oder das Urteil akzeptieren. Sie haben dazu 30 Tage Zeit. Wie auch immer die KWO entscheidet, ein definitiver Entscheid zum Projekt der Mauererhöhung liegt frühestens in 2 bis 3 Jahren vor.

Der Grimselverein und die andern beschwerdeführenden Umweltorganisationen haben mit Genugtuung auf den Entscheid reagiert. In einer gemeinsamen Pressmitteilung haben wir so unserer Freude kundgetan. Aktuelle Gewinnerin dieses Entscheides ist die Natur. Hält die KWO am Projekt fest (wir gehen davon aus), muss sie eine Änderung der bestehenden Konzession beantragen. Damit kommen die 1992 im Gewässerschutzgesetz festgelegten strengeren Restwasservorschriften zur Anwendung. Das heisst, dass Bachbette unterhalb der bestehenden Wasserfassungen, abgesehen von wenigen im Gesetz festgehaltenen Ausnahmen, nicht mehr trocken gelegt werden dürfen. In der Handeck und damit über den Handeggfall würde wieder Wasser fliessen. Dies wollten die KWO und der Kanton Bern mit einem Baubewilligungsverfahren umgehen. Sie stützten sich dabei auf ein juristisches Gutachten. Wie bisher immer, wäre die KWO gut beraten gewesen auf den Grimselverein zu hören. Wir haben bereits vor dem Einspracheverfahren auf dieses aus unserer Sicht falsche Verfahren hingewiesen und in Aussicht gestellt, dass wir diesen Punkt von einem Gericht beurteilt haben wollen.

Das Gericht ist nicht auf die andern zwei Hauptpunkte der Beschwerde eingetreten, da grundsätzlich zuerst ein richtiges Verfahren durchgeführt werden müsse. Es sei nicht Aufgabe des Gerichtes Rechtsfragen gleichsam auf Vorrat zu beantworten. Alle Verfahrensbeteiligten haben das Interesse an der Beurteilung der Rechtmässigkeit der Moorperimeterverkleinerung und der Frage ob die energiewirtschaftliche Bedeutung des Projektes mehr wiege als der Schutz der Landschaft von nationaler Bedeutung (BLN Gebiet Berner Hochalpen). Diese Punkte müssen im Konzessionsverfahren geklärt werden.

Die KWO gehen zusammen mit ihren Besitzern über die Bücher, wie der Verwaltungsratspräsident und Vertreter der BKW Peter Schmid mitteilte. Dies können wir nur begrüssen, denn der Beitrag der "Mauererhöhung" gegen die immer wieder angekündigte Stromversorgungslücke im Winter ist marginal. Die Zweckmässigkeit der Mauererhöhnung aus betrieblicher und nationaler Sicht nimmt damit ab. Die Chancen des Erhalts des einmaligen dynamischen Gletschervorfeldes und der Sunnig Aar steigen.
(20.4.2008)








Gletscherwyb 2011


Sie hat wirklich noch nicht ausgedient! Unsere Steinfrau steht im Gletschervorfeld und hält ihre schützende Hand über die Grimsel. Herzlich hat sie uns empfangen. Dementsprechend haben wir sie mit Fahnen neu geschmückt und mit Alphornklängen von Priska Walss gewürdigt. Begleitet wurden wir von einer Gruppe Kämpfer aus dem Hotzenwald, einer Region im südlichen Schwarzwald. Sie kämpfen mit grossem Eifer gegen ein unsinniges Pumpspeicher Projekt in ihrer Region. Tangiert wird die Region Naturpark Südschwarzwald, eine Bergregion mit einer Vielzahl bedrohter Tiere und Pflanzen. Ihr Engagement und ihr Einsatz geben auch uns Mut: wir kämpfen weiter. Die Landschaft Grimsel werden wir der Gewinnmaximierung der Stromindustrie nicht preisgeben. Die Übernachtung in der Lauteraarhütte hat den Besuch beim Gletscherweib abgerundet. Wir kommen auch nächstes Jahr wieder.

Elefanten haben viel Geduld
Fast wie Steine und sie tragen
Eine verletzliche Haut
Fast wie Steine und sie neigen sich
Verletzt von Nadelstichen
Den Steinen zu wenn sie müde sind
Fast wie Steine sind sie manchmal gross
Und zerbrechlich und bewahren ein tiefes
Fast wie Steine und zartes Erinnern und sie bleiben
In der Nähe der Wurzeln jener Erde die sie
Fast wie Steine auf ihrem Rücken trugen
Und sie schlafen lange
Fast wie Steine bis
Zum Erwachen.




Alte felsen wissen dass kein wasser den durst
Der trockenblumen nach sternstaub zu stillen vermag
Sie tun was sie können und beugen sich einer älteren einsicht



a.u.
Fahnen Gletscherweib
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In den Medien: Feuer in den Alpen 2007

In der Jungfrauzeitung ist zum diesjährigen Feuer in den Alpen ein Artikel erschienen: http://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/?cq_*bee2f998=ivxPU=879877kw








Stimmhorn beim Gletscherweib 2007


Am Samstag 7. Juli 2007 hat bei strahlendem Wetter der Auftritt von Stimmhorn beim Gletscherweib stattgefunden - ein einmaliges Erlebnis für uns alle. Herzlichen Dank allen, die zum guten Gelingen beigetragen haben:
  • zuallererst den Musikern Balthasar Streiff und Christian Zehnder für ihren wagemutigen Auftritt in ungewohnter Umgebung
  • Erika Schär als hilfsbereite Vermittlerin
  • allen Fahnen-, Horn- und ÖrgeliträgerInnen
  • den Steinbaumeistern und Mantrasängerinnen
  • der Gedichte-Sucherin und der Schönschreiberin
  • den Weithergereisten und den kleinen Wanderern
  • Erika Loser für die Durchführung der Moorwanderung
  • und nicht zuletzt all jenen, die uns seit langem und unerschütterlich unterstützen.

Stimmhorn Stimmhorn
Bilder von Jenny Leibundgut, Bern und Federico Bolliger, Mailand

Heini Glauser hat vom Auftritt einige kurze Filmausschnitte aufgenommen:
Stimmhorn am Gletscherweib   Stimmhorn am Gletscherweib

Unterstützung ist willkommen: Grimselverein, Postfach 509, 3860 Meiringen, PC 30-32424-2 (Vermerk "Stimmhorn")






Sereno

Dopo tanta
nebbia
a una
a una
si svelano le stelle

Respiro
il fresco
che mi lascia
il colore del cielo

Mi riconosco
immagine
passeggera

Presa in un giro
immortale



Giuseppe Ungaretti
Luglio 1918
Fahnen Gletscherweib Heiter

Nach soviel
Nebel
enthüllen sich
einer
um den andern
die Sterne

Ich atme
die Frische
aus der Farbe
des Himmels

Ich begreife mich
ein flüchtiges Bild

Hinter ein unsterbliches
Licht geführt



Nachdichtung von
Ingeborg Bachmann









Referat "Feuer in den Alpen" 2006

Der Vortrag von Gallus Gadonau, Jurist und Geschäftsführer der Schweiz. Greina-Stiftung zur Erhaltung der alpinen Fliessgewässer, gehalten am Feuer in den Alpen am 12. August 2006 steht auf der Homepage des Grimselvereins zum Download bereit.
Herzlichen Dank, Gallus!
(12.11.2006)









Einsprache gegen die Staumauererhöhung

Meiringen, 24. November 2005. Der Grimselverein erhebt Einsprache gegen die Erhöhung der Grimselstaumauern um 23 Meter. Die Überflutung des Gletschervorfeldes und eines Teils der mehrfach geschützten Moorlandschaft ist ein zu hoher Preis für kurzfristige Gewinne mit Spitzenstrom. Der Grimselverein fordert die Suche nach Alternativen: Die Bevölkerung im Haslital soll ihre Zukunft bauen können, ohne dafür eine wertvolle Landschaft opfern zu müssen.

In seiner Einsprache gegen das Baugesuch der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) zur Vergrösserung des Grimselsees stellt der Grimselverein fest, dass das Projekt geschützte Landschaften beeinträchtigen und zahlreiche wertvolle Biotope zerstören würde.
Unter Wasser gesetzt würden insbesondere Teile der Moorlandschaft Grimsel und der Landschaft von Nationaler Bedeutung "Berner Hochalpen" mit ihren vielfältigen kleinen Moorflächen, den alten Arven, den Pionierflächen des Gletschervorfeldes und zahlreichen anderen schutzwürdigen Biotopen. Durch das veränderte Wasserregime würde zudem die Attraktivität der Aareschlucht zwischen Innertkirchen und Meiringen geschmälert.
Damit verletzt das Projekt zahlreiche Bestimmungen von Bundesverfassung, Bundesgesetzen und kantonalen Erlassen. Verletzt werden insbesondere das Natur- und Heimatschutzgesetz und der Moorschutzartikel, welche die integrale Erhaltung der Moorlandschaft Grimsel zum Ziel haben.
Der Grimselverein weist darauf hin, dass das jetzt eingeleitete Baubewilligungsverfahren den gesetzlichen Bestimmungen von Bund und Kanton nicht genügt; erforderlich wäre ein Konzessionsverfahren, in dem auch die Restwasserfrage geklärt würde.

Mitbestimmung statt Sachzwänge

Mit seiner Eingabe ergänzt der Grimselverein die Einsprachen der nationalen Umweltorganisationen, die aus einer überregionalen Perspektive auf die ökologischen, energiepolitischen und juristischen Argumente gegen das Ausbauprojekt eingehen.
Für den Grimselverein steht die Landschaft und ihre Bedeutung für die Bevölkerung vor Ort im Zentrum seiner Auseinandersetzung mit den Ausbauprojekten der KWO und der Frage nach der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des Haslitals. Für die lokale Organisation lautet die dringendste Frage: Wie kann die Bevölkerung ihre Umwelt nutzen und gestalten, ohne das, was ihr an ihrer Landschaft wichtig und unersetzlich ist, "Sachzwängen" zu opfern?

Der Grimselverein bezweifelt, dass Grossprojekte wie die geplante Staumauererhöhung und die folgenden Ausbauetappen zur Steigerung der Spitzenstromproduktion hier die richtige Antwort geben. Wie bereits zu Zeiten von "Grimsel West" wird von lokalen Politikern der Eindruck erweckt, dass mit den weiteren Ausbauetappen von "KWO plus" langfristig neue Arbeitsplätze in grossem Umfang geschaffen und die bestehenden erhalten werden. Ohne die Staumauererhöhung von "KWO plus"-Teil 3, so die Befürchtungen dieser Leute, wären Arbeitsplätze bedroht. Letzteres mag stimmen, aber aus einem anderen Grund: Wieso sollten plötzlich die KWO dem Liberalisierungsdruck Stand halten können und nicht wie andere Wasserkraftwerke "Kostensenkungsmassnahmen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit" durchziehen müssen?

Wichtig sind deshalb alternative, dezentrale Projekte, die möglichst vielen Leuten erlauben, ihre Umwelt und ihre Zukunft mitzugestalten.

Auch die KWO verfolgen mit Projekten wie ihrer erfolgreichen Turbinenwerkstatt oder der (vorläufig noch als Papiertiger auf konkrete Einsätze wartenden) Partnerschaft mit der Region Oberhasli solche Ansätze. Aber eine nachhaltige Entwicklung kann nicht an ein einzelnes Unternehmen delegiert werden. Nachhaltige Entwicklung bedingt definitionsgemäss, dass alle Interessen in Entscheidungen einbezogen werden.

 

Die Einsprache kann im vollständigen Wortlaut auf der Homepage des Grimselvereins eingesehen werden (http://www.grimselverein.ch/aktuell/051129_Einsprache_GriV.pdf)