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Archiv der Seite "Aktuell"



l' art pour l' aar

Auf der Seite mit den Links haben wir einen neuen Link eingetragen, der auf die Homepage der Künstlergruppe l' art pour l' aar verweist. l'art pour l'aar tritt mit künstlerischen Aktionen ein für eine nachhaltige Nutzung des Alpenraums. Ein Abstecher auf diese Seite ist sehr zu empfehlen!
27.12.2009








BESCHWERDE DER KWO ABGEWIESEN



Der Grimselverein kann eine höchst erfreuliche Mitteilung machen. Das Bundesgericht hat die Beschwerde der KWO abgewiesen. Das Urteil des Berner Verwaltungerichtes wird somit bestätigt. Die Kraftwerke Oberhasli müssen ein Konzessionsverfahren durchlaufen, um eine Baubewilligung für eine Mauererhöhung zu erhalten. Der Grimselverein ist sehr zufrieden mit dem Entscheid des Bundesgerichts und sieht seine Bestrebungen im Erhalt der wunderbaren Grimsellandschaft bestätigt. Weitere Informationen folgen nach dem Erhalt der schriftlichen Urteilsbegründung.

Vorstand Grimselverein
(5.3.2009)








Baubewilligung für Mauererhöhung ist nichtig

Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern hat entschieden. Der Gesamtbauentscheid zur Erhöhung der Staumauer des Grimselsees wurde von Amtes wegen aufgehoben.

Das Verwaltungsgericht hat festgehalten, dass der Gesamtbauentscheid im falschen Verfahren und durch eine unzuständige Behörde erteilt worden sei. Nötig sei ein Konzessionsverfahren, Bewilligungsbehörde sei der Grosse Rat. Das Projekt gehe wesentlich über die bestehenden Nutzungsrechte gemäss Gesamtkonzession hinaus.

Die KWO können gegen den Entscheid beim Bundesgericht rekurrieren oder das Urteil akzeptieren. Sie haben dazu 30 Tage Zeit. Wie auch immer die KWO entscheidet, ein definitiver Entscheid zum Projekt der Mauererhöhung liegt frühestens in 2 bis 3 Jahren vor.

Der Grimselverein und die andern beschwerdeführenden Umweltorganisationen haben mit Genugtuung auf den Entscheid reagiert. In einer gemeinsamen Pressmitteilung haben wir so unserer Freude kundgetan. Aktuelle Gewinnerin dieses Entscheides ist die Natur. Hält die KWO am Projekt fest (wir gehen davon aus), muss sie eine Änderung der bestehenden Konzession beantragen. Damit kommen die 1992 im Gewässerschutzgesetz festgelegten strengeren Restwasservorschriften zur Anwendung. Das heisst, dass Bachbette unterhalb der bestehenden Wasserfassungen, abgesehen von wenigen im Gesetz festgehaltenen Ausnahmen, nicht mehr trocken gelegt werden dürfen. In der Handeck und damit über den Handeggfall würde wieder Wasser fliessen. Dies wollten die KWO und der Kanton Bern mit einem Baubewilligungsverfahren umgehen. Sie stützten sich dabei auf ein juristisches Gutachten. Wie bisher immer, wäre die KWO gut beraten gewesen auf den Grimselverein zu hören. Wir haben bereits vor dem Einspracheverfahren auf dieses aus unserer Sicht falsche Verfahren hingewiesen und in Aussicht gestellt, dass wir diesen Punkt von einem Gericht beurteilt haben wollen.

Das Gericht ist nicht auf die andern zwei Hauptpunkte der Beschwerde eingetreten, da grundsätzlich zuerst ein richtiges Verfahren durchgeführt werden müsse. Es sei nicht Aufgabe des Gerichtes Rechtsfragen gleichsam auf Vorrat zu beantworten. Alle Verfahrensbeteiligten haben das Interesse an der Beurteilung der Rechtmässigkeit der Moorperimeterverkleinerung und der Frage ob die energiewirtschaftliche Bedeutung des Projektes mehr wiege als der Schutz der Landschaft von nationaler Bedeutung (BLN Gebiet Berner Hochalpen). Diese Punkte müssen im Konzessionsverfahren geklärt werden.

Die KWO gehen zusammen mit ihren Besitzern über die Bücher, wie der Verwaltungsratspräsident und Vertreter der BKW Peter Schmid mitteilte. Dies können wir nur begrüssen, denn der Beitrag der "Mauererhöhung" gegen die immer wieder angekündigte Stromversorgungslücke im Winter ist marginal. Die Zweckmässigkeit der Mauererhöhnung aus betrieblicher und nationaler Sicht nimmt damit ab. Die Chancen des Erhalts des einmaligen dynamischen Gletschervorfeldes und der Sunnig Aar steigen.
(20.4.2008)

















In den Medien: Feuer in den Alpen

In der Jungfrauzeitung ist zum diesjährigen Feuer in den Alpen ein Artikel erschienen: http://www.jungfrauzeitung.ch/artikel/?cq_*bee2f998=ivxPU=879877kw








Stimmhorn beim Gletscherweib 2007


Am Samstag 7. Juli 2007 hat bei strahlendem Wetter der Auftritt von Stimmhorn beim Gletscherweib stattgefunden - ein einmaliges Erlebnis für uns alle. Herzlichen Dank allen, die zum guten Gelingen beigetragen haben:
  • zuallererst den Musikern Balthasar Streiff und Christian Zehnder für ihren wagemutigen Auftritt in ungewohnter Umgebung
  • Erika Schär als hilfsbereite Vermittlerin
  • allen Fahnen-, Horn- und ÖrgeliträgerInnen
  • den Steinbaumeistern und Mantrasängerinnen
  • der Gedichte-Sucherin und der Schönschreiberin
  • den Weithergereisten und den kleinen Wanderern
  • Erika Loser für die Durchführung der Moorwanderung
  • und nicht zuletzt all jenen, die uns seit langem und unerschütterlich unterstützen.

Stimmhorn Stimmhorn
Bilder von Jenny Leibundgut, Bern und Federico Bolliger, Mailand

Unterstützung ist willkommen: Grimselverein, Postfach 509, 3860 Meiringen, PC 30-32424-2 (Vermerk "Stimmhorn")






Sereno

Dopo tanta
nebbia
a una
a una
si svelano le stelle

Respiro
il fresco
che mi lascia
il colore del cielo

Mi riconosco
immagine
passeggera

Presa in un giro
immortale



Giuseppe Ungaretti
Luglio 1918
Fahnen Gletscherweib Heiter

Nach soviel
Nebel
enthüllen sich
einer
um den andern
die Sterne

Ich atme
die Frische
aus der Farbe
des Himmels

Ich begreife mich
ein flüchtiges Bild

Hinter ein unsterbliches
Licht geführt



Nachdichtung von
Ingeborg Bachmann









Referat "Feuer in den Alpen" 2006

Der Vortrag von Gallus Gadonau, Jurist und Geschäftsführer der Schweiz. Greina-Stiftung zur Erhaltung der alpinen Fliessgewässer, gehalten am Feuer in den Alpen am 12. August 2006 steht auf der Homepage des Grimselvereins zum Download bereit.
Herzlichen Dank, Gallus!
(12.11.2006)









Einsprache gegen die Staumauererhöhung

Meiringen, 24. November 2005. Der Grimselverein erhebt Einsprache gegen die Erhöhung der Grimselstaumauern um 23 Meter. Die Überflutung des Gletschervorfeldes und eines Teils der mehrfach geschützten Moorlandschaft ist ein zu hoher Preis für kurzfristige Gewinne mit Spitzenstrom. Der Grimselverein fordert die Suche nach Alternativen: Die Bevölkerung im Haslital soll ihre Zukunft bauen können, ohne dafür eine wertvolle Landschaft opfern zu müssen.

In seiner Einsprache gegen das Baugesuch der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) zur Vergrösserung des Grimselsees stellt der Grimselverein fest, dass das Projekt geschützte Landschaften beeinträchtigen und zahlreiche wertvolle Biotope zerstören würde.
Unter Wasser gesetzt würden insbesondere Teile der Moorlandschaft Grimsel und der Landschaft von Nationaler Bedeutung "Berner Hochalpen" mit ihren vielfältigen kleinen Moorflächen, den alten Arven, den Pionierflächen des Gletschervorfeldes und zahlreichen anderen schutzwürdigen Biotopen. Durch das veränderte Wasserregime würde zudem die Attraktivität der Aareschlucht zwischen Innertkirchen und Meiringen geschmälert.
Damit verletzt das Projekt zahlreiche Bestimmungen von Bundesverfassung, Bundesgesetzen und kantonalen Erlassen. Verletzt werden insbesondere das Natur- und Heimatschutzgesetz und der Moorschutzartikel, welche die integrale Erhaltung der Moorlandschaft Grimsel zum Ziel haben.
Der Grimselverein weist darauf hin, dass das jetzt eingeleitete Baubewilligungsverfahren den gesetzlichen Bestimmungen von Bund und Kanton nicht genügt; erforderlich wäre ein Konzessionsverfahren, in dem auch die Restwasserfrage geklärt würde.

Mitbestimmung statt Sachzwänge

Mit seiner Eingabe ergänzt der Grimselverein die Einsprachen der nationalen Umweltorganisationen, die aus einer überregionalen Perspektive auf die ökologischen, energiepolitischen und juristischen Argumente gegen das Ausbauprojekt eingehen.
Für den Grimselverein steht die Landschaft und ihre Bedeutung für die Bevölkerung vor Ort im Zentrum seiner Auseinandersetzung mit den Ausbauprojekten der KWO und der Frage nach der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des Haslitals. Für die lokale Organisation lautet die dringendste Frage: Wie kann die Bevölkerung ihre Umwelt nutzen und gestalten, ohne das, was ihr an ihrer Landschaft wichtig und unersetzlich ist, "Sachzwängen" zu opfern?

Der Grimselverein bezweifelt, dass Grossprojekte wie die geplante Staumauererhöhung und die folgenden Ausbauetappen zur Steigerung der Spitzenstromproduktion hier die richtige Antwort geben. Wie bereits zu Zeiten von "Grimsel West" wird von lokalen Politikern der Eindruck erweckt, dass mit den weiteren Ausbauetappen von "KWO plus" langfristig neue Arbeitsplätze in grossem Umfang geschaffen und die bestehenden erhalten werden. Ohne die Staumauererhöhung von "KWO plus"-Teil 3, so die Befürchtungen dieser Leute, wären Arbeitsplätze bedroht. Letzteres mag stimmen, aber aus einem anderen Grund: Wieso sollten plötzlich die KWO dem Liberalisierungsdruck Stand halten können und nicht wie andere Wasserkraftwerke "Kostensenkungsmassnahmen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit" durchziehen müssen?

Wichtig sind deshalb alternative, dezentrale Projekte, die möglichst vielen Leuten erlauben, ihre Umwelt und ihre Zukunft mitzugestalten.

Auch die KWO verfolgen mit Projekten wie ihrer erfolgreichen Turbinenwerkstatt oder der (vorläufig noch als Papiertiger auf konkrete Einsätze wartenden) Partnerschaft mit der Region Oberhasli solche Ansätze. Aber eine nachhaltige Entwicklung kann nicht an ein einzelnes Unternehmen delegiert werden. Nachhaltige Entwicklung bedingt definitionsgemäss, dass alle Interessen in Entscheidungen einbezogen werden.

 

Die Einsprache kann im vollständigen Wortlaut auf der Homepage des Grimselvereins eingesehen werden (http://www.grimselverein.ch/aktuell/051129_Einsprache_GriV.pdf)